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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 396

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
Date
1932-01-01
Page
Seite 396 (sequence 7)
Language
German
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396 Bugen Mittwoch N1*. 3. Kaufmann an v. M ö 11 e n d o r f f. Verehrtester Herr! B[uda]p[e]st 18. April 189321. Ihr w. Brief vom 10. v. M. hat mir eine so innige Freude bereitet,, daß ich trotz schwerer Aufregungen eile, Ihnen dafür zu danken. Ich bin Ihnen für den Einblick, den Sie mir in Ihre v. Familie eröffnet haben, wahrhaft verpflichtet und freue mich jetzt schon der Ehre und Freude entgegen, die mir Ihr g. Besuch machen wird. Aber wo werden Sie mich treffen? Wie eine wohlthuende Ablenkung fiel Ihre so erfreuliche Zuschrift in Tage schweren Kampfes, wo ich mich zu entscheiden hatte, ob ich einem aus Wien an mich ergangenen sehr ehrenvollen Rufe folgen und das Haus trefflicher Schwiegereltern und treuer Verwandten verlassen oder weiter hier in buon retiro, aber zugleich im Schneckenhause der Beschaulichkeit verbleiben sollte22. Wie es scheint, wird die Entscheidung für Wien ausfallen, wozu alle meine wissenschaftlichen und Blutsfreunde rathen. Im Oktober soll nemlich eine neue theologische Lehranstalt in Wien eröffnet werden, die meinen Vorlesungen vielleicht Schüler auch aus Deutschland und anderen Ländern zuführen wird. Wäre nicht der Chauvinismus und die Enge der Sprache, in der ich übrigens längst vortrage23,, ich würde meinem Wahlspruch: bene vixit qui bene latuit nicht untreu geworden sein. Ihr Aufsatz über Rohling ist in Dr. Bloch's Österreichischer Wochen״ schrift — Sie kennen ja den Drachentöter Dr. Bloch — publicirt worden24. Trotz meiner Discretion, die den Namen des Autors verschwieg, fand sich ein Leser, der bald an die Redaction den wahren Namen aus der Chiffre zu melden wußte25. Der Artikel in der Leipziger20, die ich mit Dank bewahre, hat mir die Frage aufgedrängt, ob Sie bereits angefangen haben, die geschichtlich so merkwürdigen Erlebnisse im fernen Osten aus der Erinnerung, jetzt da die Farben noch frisch sind, aufzuzeichnen. Mit mir werden dies Andere bereits gewünscht haben. Meinen Wunsch nach einem gelehrten Beitrag von Ihrer Hand für unsere Monatsschrift erlaube ich mir zu wiederholen. Eine Untersuchung des Materiales über die Juden von China wird Ihnen ganz gewiß neue That״ Sachen oder kritisch neu ermittelte Aufschlüsse abwerfen. Ich erwarte hier״ über Ihre freundliche Verständigung. Lesen Sie die Revue des etudes juives und Jewish Quarterly? Ihren Übersetzungen freue ich mich entgegen ebenso wie dem Schriftchen über die Klassiker der Weltlitteratur. Mit verehrungsvoller Begrüßung — auch der jungen Freundin Jeh. Halewfs — bin ich Ihr ganz ergebenster David Kaufmann. Nr. 4. v. Möllendorff an Kaufmann. Verehrter Herr Prozessor!] Shanghai, 11. Augfust] 18937־. Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief, aus dem ich mit auf״ richtiger Freude ersehe, daß man Ihnen endlich einen größeren Wirkungs״

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