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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 388

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gedächtnisrede Meyer Simon Weyls über die Königin Luise
Date
1932-01-01
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 Gotthold Weil noch sinnvoller, als er im Jahre 1811 mit dem Purimfeste zu־־ sammenfiel und Weyl die Milde, Treue und Bescheidenheit der Königin sowie ihre Hingabe an ihr Volk mit den von der Königin Esther überlieferten weiblichen Tugenden zu vergleichen in der Lage war. So bezeichnet er es ausdrücklich als Zweck seiner Rede, ,,uns unserer theuern, verewigten Landesmutter, heute an Ihrem, für uns so seligen, Geburtstage zu erinnern, uns Ihrer zu erinnern mit Wehmuth über den unersetzlichen Verlust durch Ihr zu frühes Ableben, mit Dank erfülltem Herzen für die genossene Glück- Seligkeit während ihres tugendhaften und thatenreichen Daseyns, An einem Tage, an welchem wir bereits das Andenken einer tugendhaften und güte vollen Königin, nach deren Namen das heutige Fest und seine Geschichtsro.lle genannt ist, gefeiert, ist eine solche Erinnerung eine zwiefache Wohlthat für uns: sie erhebt unser Herz zu Ihm, dem allgütigen Vater, unserm Schöpfer, empor, von welchem allein uns Trost und Kraft wird, und erhöhet uns zugleich den wahren Werth des heutigen Festes, indem wir in den Tugenden unserer geliebten Königin, jene der verehrten Esther finden, und uns gleichsam Eine unter dem Bilde der Andern vorstellen können/' Daß gerade diese Rede Weyls nicht nur bei den Zuhörern lebhaften Beifall, sondern auch in weiteren Kreisen Beachtung fand, ist nicht verwunderlich, zumal der Ertrag der Übersetzung ,,zum Besten der Luisenstiftung" bestimmt war und man wußte, daß der König dieser Stiftung und dem Interesse, das die Juden ihr entgegenbrachten, besondere Aufmerksamkeit schenkte* 1. Eine Anzahl Exemplare übersandte der Vice-Ober-Landrabbiner an die Mitglieder des Königlichen Hauses und die Regierungschefs; der Dank, der ihm daraufhin von diesen ausgesprochen wurde, bildet den Inhalt der vier in meinem Privatbesitz befindlichen Schreiben, die im folgenden zum Abdruck gelangen mögen2. zum Besten der Luisenstiftung. Gedruckt in der Zürngiblschen Buchdruckerey (Berlin 1811). 16 S. 1 Vgl. 11־. Grae.tz: Geschichte der Juden. Bd. 11. 2. Aufl. bearb. von M. Brann. Leipzig (1900). S. 297 (Weyl wird ebendort auch S. 156 erwähnt). 2 Die Absender der Briefe 1, 2 und 4 sind ohne weiteres klar. Es handelt sich um den damals regierenden König Friedrich Wilhelm III., seinen Sohn, den damals 15jährigen Kronprinzen, späteren Friedrich Wilhelm IV., sowie um den Staats kan zier Freiherrn Karl August von Hardenberg. Der

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