Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 387

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gedächtnisrede Meyer Simon Weyls über die Königin Luise
Date
1932-01-01
Page
Seite 387 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829988-2837634--51402-2837777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zur Gedächtnisrede Meyer Simon Weyls über die Königin Luise 387 Isaak Levin Auerbach1, einer der Vorkämpfer der religiösen Reform und Verfasser einer Flugschrift zur Rechtfertigung des Gebrauchs der deutschen Sprache beim Gottesdienst, auf Veranlassung an־ gesehener Gemeindemitglieder Weylsche Predigten ins Deutsche übersetzte, beweist, daß sogar in den auf entgegengesetztem reli־ giöseni Standpunkt stehenden Kreisen anerkannt wurde, daß es sich wohl verlohne, seine Reden einem größeren Leserpublikum zugänglich zu machen. An drei für die vaterländische Geschichte denkwürdigen Tagen, die in die Zeit von Preußens tiefstem Niedergang fallen, trat Weyl mit Predigten hervor2. Am 24. Dezember 1809, dem Tage, an dem der nach Ostpreußen geflohene König Friedrich Wilhelm III. nach Berlin zurückkehrte, brachte er ,,Opfer des .Dankes“ in Worten dar und verglich den Landesherrn mit König Jeheskia, als er sich wieder frei in seiner vorher von den Feinden belagerten Residenz aufhalten konnte. ,,Hoffnung und Vertrauen“ war der Inhalt der warmen Ansprache, die er ,,wegen des. Ausmarsches des vaterländischen Heeres“ ,,in Gegenwart mehrerer freiwilligen Jäger jüdischen Glaubens“ kurz nach Erlaß des Aufrufes ,,An mein Volk“ und einen Tag nach jenem 27. März 1813 hielt, an dem York im Lust־ garten die denkwürdigen Worte gesprochen hatte: ,,Mich sieht ein unglückliches Vaterland nicht wieder.“ Und noch ein drittes Mal war er zwischen diesen beiden Ter־ minen hervorgetreten, um der Königin Luise am 10. März 1811, dem ersten Geburtstage nach ihrem Tode, ein ,,Denkmahl der Tugend“ zu setzen3. Die Wahl gerade dieses Tages wurde dadurch 1 Vgl. über ihn Jewish Encyclopedia, Vol. 2, S. 303 und Encyclopaedia Judaica, Bd. 3, Sp. 658. 2 Ich konnte die in der Stadtbibliothek Frankfurt a. M. befindlichen Exemplare benutzen (vgl. ihren Katalog der Judaica und Hebraica, Bd. 1, 1932, S. 463). — Über die Weylschen Predigten, insbesondere über die im Jahre 1813 gehaltene handelt Moritz Stern: Aus der Zeit der deutschen Befreiungskriege 1813—1815. Berlin 1918. 3 Denkmahl der Tugend. Predigt dem heiligen Andenken Ihrer Majestät der geliebten, hochverewigten Königin Luise Auguste Wilhelmine Amalie geweihet an Ihrem verwaisten Geburtstage den 10. März 1811 gehalten an dem zugleich eingefallenen Esther-Feste in der großen Synagoge zu Berlin von dem Vice-Ober-Landrabbiner Herrn Meyer Simon Weil. Aus dem Hebräischen übersetzt von Isaac Levin Auerbach und in Druck gegeben 25*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.