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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 386

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Zur Gedächtnisrede Meyer Simon Weyls über die Königin Luise
Date
1932-01-01
Page
Seite 386 (sequence 2)
Language
German
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386 Gotthold Weil gerade in diesem Ihnen gewidmeten Hefte unserer Monatsschrift einige in meinem Privatbesitz befindliche Schriftstücke zu veröffentlichen, die sich auf eben diese Gemeinde beziehen. Wenn ich diese für die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Berlin wahrlich nicht grundlegenden Schreiben zum Abdruck bringe, glaube ich als der in gerader Linie abstammende Ururenkel des Mannes, an den sie gerichtet sind, dazu ein Recht zu haben. In Ergänzung früherer gelegentlicher Ausführungen von Ludwig Geiger1, Leopold Auerbach2 und Louis Lewin3 über den letzten Kurbrandenburgischen Landrabbiner Meyer Simon Weyl hat Moritz Stern jüngst in zwei besonderen Aufsätzen4 eine Würdigung dieses Mannes gegeben und auf Grund der Akten dargestellt, wie hartnäckig der Gemeindevorstand den vorgeordneten Instanzen gegenüber Jahre hindurch seine Ernennung zum Oberlandrabbiner als Nachfolger des im Jahre 1800 verstorbenen Hirschei Levin zu verhindern suchte, so daß diese in der Tat 9 Tahre auf sich warten ließ. Der aufrechte Mann, der noch ganz in der alten Zeit wurzelte und jede der damals eilig erstrebten Reformen im Gottesdienst grundsätzlich ablehnte, war dem Vorstand, der aufklärerische Tendenzen vertrat, des öfteren mit Erfolg entgegengetreten. Andererseits aber bekundete der erfahrene Lehrer und Rabbiner ein feines Verständnis für die Erfordernisse der Zeit. Sein Plan zur Errichtung eines ,,israelitisch theologisch-pädagogischen Seminariums“ ist von fachmännischer Seite bereits eingehend behandelt worden5 6. Ebenso zeugen auch seine Predigten dafür, daß er den Dingen des Lebens offenen, Sinnes gegenüberstand und ein rechtes Wort zur rechten Zeit zu sagen nicht verfehlte. Schon die Tatsache, daß der junge 1 Geschichte der Juden in Berlin. 1871. Bd. 1, S. 167, 173, 189. Bd. 2, S. 233, 248 f. 2 Das Judenthum und seine Bekenner in Preußen. Berlin 1890. S. 127, 293, 295, 435. s Geschichte der Juden in Lissa. Pinne 1904. S. 338 ff. 4 Meyer Simon Weyl, der letzte Kurbrandenburgische Landrabbiner. In: Jeschurun. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Jg. 13 (1926), S. 187—195, 290—308. 6 M. Holzman: Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin. 1909. S. 1 ff.

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