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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 368

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Die Erforschung des jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 368 (sequence 14)
Language
German
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368 I. Heinemann sophen abstreiten und den methodischen Zusammenhang zwischen ihnen und den mittelalterlichen Denkern verkennen will: Wie Neurriark das Problem der Kontinuität des jüdischen Denkens gewiß nicht gelöst7 aber doch ungleich schärfer gesehen hat als Husik, so steht es auch mit der Frage, wie weit sich die Risse in den griechischen Systemen bei den mittelalterlichen Denkern geltend machen. Wohl hat die neuere Aristoteles-* Forschung der Scheidung Neumarks zwischen Physik und Meta״ physik m. W. keine Beachtung geschenkt. Aber sie ist in anderem Sinn zu der Erkenntnis gekommen, daß die ״Metaphysik“ des Aristoteles literarisch und systematisch gar keine Einheit dar״ stellt; ein ähnliches Ergebnis haber^ neuere Forschungen, von denen Neumark noch keine Kenntnis genommen hat, für die Enneaden Plotins geliefert. Die methodische Forderung, der Nachwirkung dieser Risse nachzugehen, ist durchaus berechtigt1. Von solcher Tragweite allerdings sind sie nicht, daß sie die Einteilung der jüdischen Philosophenschulen bestimmen dürfen. Aber die übliche Einteilung in Neuplatoniker und Aristoteliker hat zweifellos auch ihre Schwierigkeiten; das zeigt der neueste Versuch Julius Guttmanns2, seinen Gesamtüberblick nach ihr zu gliedern; er muß Jehuda Halevi und Crescas unter die Aristo״ teliker setzen, weil sie zweifellos die Philosophie in ihrer aristo״ telischen Fassung bekämpft haben, während sie selbst dem Neu״ platonismus bzw. Platon ungleich mehr verdanken als Aristoteles. Mit einem kurzen Hinweis auf diese Skizze Guttmanns be״ gnüge ich mich nur deshalb, weil der Verfasser eine größere zusammenfassende Darstellung versprochen hat. Für eine Reihe von Einzeldarstellungen zur Geschichte der Philosophie be״ stimmt, dürfte sie das Hauptgewicht auf die Vertiefung des philosophischen Verständnisses legen; und schon der kurze Ab״ riß wie die seitherigen Veröffentlichungen des Verfassers lassen ein viel schärferes Urteil als bei Husik, ein weit richtigeres als bei Neumark erwarten. Daß unter dieser philosophischen Be״ leuchtung die Herausarbeitung des eigentümlich Jüdischen nicht zu leiden braucht, lehrt ein Vortrag des Verfassers über die 1 Die Schwankungen im Physisbegriff streift Diesendruck, HUCA V 523 ff. (s. u.). 2 Jüdisches Lexikon unter ״Religionsphilosophie“.

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