Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erforschung des jüdischen Denkens im Mittelalter
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 8)
- Language
- German
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362 I. Heinemann liehe Kenntnis ihres engeren Fachgebietes mit. Sie zeigen sich mit dem gesamten biblisch-rabbinischen Schrifttum vertraut; sie kennen die griechischen und arabischen Philosophen und be״ sitzen philosophische Schulung. Beide fassen indes ihre Aufgabe völlig verschieden auf. Husik begründet sein Unternehmen damit, daß es eine les״ bare Darstellung der mittelalterlichen Religionsphilosophie kaum gibt, insbesondere für englische Leser. Daher möchte er dem Forscher wie dem Laien dienen durch eine möglichst sachliche Darlegung der einzelnen Systeme mit Einschluß des biogra״ phischen und auch des kulturgeschichtlichen Hintergrundes. In zeitlicher Reihenfolge stellt er die einzelnen Philosophen dar, mit Einschluß der Karäer, mit Ausschluß der Kabbalisten; knappe Quellennachweise, eine (keineswegs vollständige) bibliogra״ phische Übersicht, ein Verzeichnis der Bibelstellen und ein knappes Namen״• und Sachregister sind beigefügt. Neumark dagegen gliedert sein auf sechs starke Bände be״ rechnetes Werk nach Problemen; und zwar ist die Reihenfolge (I 276) bestimmt durch den Aufbau des More, den er annimmt. Er unterscheidet: A. Grundprinzipien: 1. Materie und Form, 2. Attributenlehre, 3. die vier Postulate; B. Einzelprobleme: 1. Psychologie und Erkenntnislehre, 2. Prophetologie, 3. Ethik, 4. Dogmenlehre. Leider ist er nur bis zur Attributenlehre (Teil A 2) gekommen und hat auch diese nur bis auf Gabirol durchführen können; und da er nach der Mitteilung des Herausgebers die Vernichtung der Vorarbeiten zu den späteren Bänden angeordnet hat, so muß das mit ungeheurem Kraftaufwand begonnene Werk leider ein Torso bleiben. Noch eigenartiger als der Aufbau ist die Durchführung. Während in einem objektiven Bericht, wie er Husik vor schwebt, nach dessen eigenem Bekenntnis (VIII) für Originalität nicht viel Spielraum bleibt, versucht Neumark eine durchaus persönliche Auffassung der mittelalterlichen Philosophie zur Geltung zu bringen, die sich von der herrschenden, wie sie im wesentlichen auch Husik vertritt, namentlich in zwei Punkten unterscheidet. 1. Nach Husik ist die ״jüdische Philosophie" auf die alexandrinische Episode und auf das Mittelalter, beschränkt. Sie ist durch gewisse Schwierigkeiten und scheinbare Unausgeglichen*