Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die poetischen Genizafragmente in der Jüdischen Gemeindebibliothek Berlin
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 3)
- Language
- German
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Die poetischen Genizafragmente in der Jüd. Gemeindebibliothek Berlin 341 Neben dem Bruchstück einer deutschen Pijjütlm-Sammlung findet man zwei Blätter einer Proverbia-Erklärung in arabischer Sprache, anscheinend im Jemen geschriebene Schlachtregeln usw. Mit Ausnahme der soeben erwähnten deutschen Pijjütim weisen Inhalt und Aussehen aller übrigen poetischen Texte nach der Geniza hin. Die einzelnen Fragmente sind in der nachstehenden Übersicht durch besondere Nummern gekennzeichnet. Nr. 2 7. 1. Zwei zusammenhängende Blätter (Papier), Größe 9x 13 cm, 17—18 Zeilen auf der Seite. Kursivschrift, f. 26 von einer anderen Hand und mit anderer Tinte. Zwischen f. 1 und 2 fehlen einige Blätter. Gut erhalten. Bruchstück einer Elegien-Sammlung. f. la: die oberen vier Zeilen Schluß eines Gedichtes, anf. חי העולמים ישקיף ממעונים, endigend: ומחה אל אלהים דמעה מעל כל פנים. Darauf Überschrift: ,פתיחה לאשר und Gedicht anf. על אשד, באמנה אכבה כמר ואנינה. Schluß auf f. lb ולמחוו חפצם ינחם ובאן ציון כרנה. Darunter Gedicht, überschrieben: קינה לאשה, anfangend אילילה ואשא כהי וקינה, bricht nach zwei Strophen ab, da f. 2a keine Fortsetzung enthält; f. 2a: גפן אדרת אשד מים ואמת פריה, ebenfalls Elegie auf eine Frau, Anfang fehlt; Refrain כי נפרדה מעליו, Schluß יום הופשט כסות ששון ויגון סחכ שוליו. f. 2b Überschrift פתיחה לנער, Anfang: מה לעם כי מהרו ובכי וקמים עוררוו, Schluß: ולו יסורו מסביבי דק את המות הוה. 2. Zwei zusammenhängende Blätter (Papier), 9,8x30 cm, Zeilenzahl verschieden. Kursivschrift, an einzelnen Stellen vokalisiert. f. 2b ist unbeschrieben. Gut erhalten, bis auf einige Löcher auf dem 2. Blatt. Klagelied auf den Tod einer hochangesehenen Frau1. Gedicht aus 78 (Doppel-) Versen im SarF-Metrum (Schema: -U — |-U — |-) mit Durchgangsreim, überschrieben מדתיה. Anfang: מה נואלה ארץ מנורתי. Schluß (f. 2a): שרים ושרות כיום תהיתי. Die Dichtung ist vom Sohne der Toten fünf Tage nach ihrer Bestattung geschrieben (V. 23). Von V. 8 an besteht sie 1 Die gleiche Dichtung ist im Fragment 20, 18 der Taylor-Schechter Collection zu Cambridge enthalten.