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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Ein Homerisches Gleichnis im Midrasch
Date
1932-01-01
Page
Seite 332 (sequence 3)
Language
German
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332 Bernhard Heller fach ergänzt. Z. B. mit dem Faß der Danaiden (Ag. Tann. I. 138, Pal. Am. II. 313). Strack-Billerbecks Kommentar zum Neuen Testament IV. 408—410 bespricht folgende griechische Sagenmotive im Talmud und Midrasch: Prokrustesbett, Phoenixsage, Ariadnefaden, Danaidenfaß, Sirenen, Kentauren. Fraglich ist, ob die Legende, Abrahams Mutter sei אמתלאי gewesen (Baba B. 91a), unter Einwirkung des Mythos entstanden ist, daß Zeus von der Ziege Amalthea ernährt wurde. II. Homerisches. Die jüdische Sibylle rühmt sich, ihr habe Homer den Hexameter entlehnt (F. Blaß bei Kautzsch, Apokryphen u. Pseudepigraphen des A. T. II. 193). Im Buche Tobith fällt als fremdartig der idyllische Zug auf, daß Tobith auf seiner weiten Reise von Ninive nach Medien von seinem Hunde begleitet wird und daß ihm auch bei seiner Rückkehr der Hund ins Haus folgt (V. 17, XI. 3). Rosenmann (Studien zum Buche Tobit, S. 32) erinnert an Argos, den Hund des Odysseus, der, als sein Herr nach 20 jähriger Abwesenheit zurückkehrt, ihn, im Gegensatz zu den Menschen, erkennt, und vor Rührung stirbt (Odyss. XVII. 290—327). Auf Homerisches bei Tannaiten hat, meines Wissens, bloß Bacher Ag. Tann. I. 137 f. hingewiesen: Eliezer Ben Hyrkanos und Josua b. Chananja berichten dem Kaiser Hadrianus, sie haben auf ihrer Fahrt die Wasser des Ozeans beobachtet מים בולעים מים wodurch ihnen klar wurde, wieso der Ozean ständig Wasser verschlingt und doch nicht überströmt. Bacher findet hier Anklang an ,,die griechische Anschauung von der Charybdis, welche in furchtbarem Schlunde dreimal täglich die Gewässer hervorsprudelte, dreimal herabschlangV Ich muß gestehen, hier die Übereinstimmung nicht zu bemerken. Die beiden Tannaiten bezeugen, wie Wasser das Wasser verschlingt, ohne zu überschwellen, die Charybdis hingegen gurgelt das Wasser ein und aus. Die Charybdis findet sich nicht genannt. Hingegen ihre Nachbarinnen im XII. Gesang der Odyssaee werden mit Namen genannt im Sifra zu Lev. XI. 10, ed. Weiß 49d הכפש להביא את הטירונית יכול תהא מפזמא באהל. Es wird also gestritten, ob der Leichnam einer Sirene das Zelt verunreinigt. Vielleicht klingt ein Motiv der Sirenensage in einer halachischen Ausführung nach.

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