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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 331

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Ein Homerisches Gleichnis im Midrasch
Date
1932-01-01
Page
Seite 331 (sequence 2)
Language
German
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Ein Homerisches Gleichnis im Midrasch 331 Platon, Aristoteles zu Schülern der Juden, läßt Moses als Hermes anbeten, setzt Sokrates zu Achitofel, Platon und Aristoteles zu Jeremia in Beziehung: Alexander der Große übergibt die Bücher der Weisheit Salomonis dem Aristoteles, der hieraus sein Wissen schöpft1. Das althebräische Schrifttum ist frei von derartigen Fabeleien: Es kennt vom klassischen Hellas, wie gesagt, nur Homeros. Mischna Jadajim IV, 6 stellt fest, daß die Bücher Homers die Hände nicht verunreinigen, d. h. nicht für kanonisch gelten, שאינן חביבין weil sie nicht so verehrenswert sind. Doch es war nicht untersagt sie zu lesen, wie es heißt pal. Sanh. X. 28a אבל ספרי המירם וכל ספרים שנכתבו מיכן והילך הקורא ההן כקורא באיגרת Homer könne man lesen, wie man einen Brief liest. Es fragt sich daher, finden sich im Talmud und Midrasch Spuren davon, daß Homer wirklich gelesen wurde? I. Griechische Sagen und Mythen in Talmud und Midrasch sind wiederholt nachgewiesen worden, besonders eingehend von L. Ginzberg in seinen Legends of the Jews. Kerniges bieten schon die Beiträge zur Sprach- und Altertumsforschung von Michael Sachs I. 52—59: Die Strafe des wohltätigen Sodomiter- Mädchens, welches mit Honig bestrichen einem Bienenschwarm preisgegeben wird, vergleicht Sachs mit der ähnlichen Strafe eines Sklaven im VIII. Buch der Metamorphosen des Apulejus. •— Prokrustesbett der Sodomiter. — Abba bar Kahanas Gleichnis vom Greis am Scheidewege (Kohel. R. zu I. 14) verglichen mit der Parabel des Prodikos vom Herkules am Scheidewege. (S. auch Bacher, Ag. Pal. Amor. II. 509. Anm. I.) — Die Parabel vom Ariadne-Faden (Bacher, Pal. Am. III. 739). — Nessushemd. ־ — Ogygia (Bacher, Pal. Ana. II. 381). Die Androgynos-Aggada und der Mythos im Symposion Platons (Ginzberg, Legends, V. 88, 42). Die Sage vom Stier des Phalaris berührt Sachs II, 3 kaum; den mannigfachen Spuren dieser Vorstellung ist Bacher (REJ. 1902, XLV, 291—295) nachgegangen. In seinem Aggadawerk hat Bacher das von Sachs Festgestellte nachgeprüft und mehr- 1 L. Ginzberg, Legends of the Jews, V 197, 75; 258, 73; 403, 67; VI 400, 42; 422, 94.

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