Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Gebot und Mysterienhandlung
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 11)
- Language
- German
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Gebot und Mysterienhandlung 329 haben für die Geschichte des Judentums epochale Bedeutung1. c) Die sogenannten ״Religionsgeschichtlichen Probleme“ hat er so gut wie ausgeschaltet. Das talmudische Judentum ist aus sich heraus vollständig zu erfassen. Für die jüdischen Lehrer der uns interessierenden Zeit ist die h. Schrift und die Erklärung derselben vollständig bezeugt durch die Tatsache der Offenbarung und die ihr sich anschließende authentische Tradition. Moore selbst hat noch nicht die schärfsten Linien gezogen zwischen Stammjudentum und Hellenismus. Die Unterschiede sind bei ihm noch nicht bis zu den letzten Konsequenzen durchgeführt. Aber in seiner Abhandlung über die ״Qellen“ (I. 125 ff.) läßt er keinen Zweifel darüber auf kommen, daß das normative oder Stammjudentum nur nach seinen authentischen Quellen richtig erfaßt werden kann. Die hellenistische Literatur und die Schriften von Sektierern dürfen in die Darstellung nicht ein״ geflochten werden. Daß eine Religion nur aus ihren eigenen und von ihr selbst als authentisch anerkannten Quellen zu deuten sei, gilt für Moore als allgemeingültiges Gesetz für Religionsforschung, das er (I. 125 f.) mit einem nicht leicht widerlegbaren Beispiel zu erhärten sucht. — Bousset hingegen, dessen Werk dem Titel nach dem Moores sehr nahe steht, geht geradezu von der hellenistischen und Sektenliteratur aus. Abgesehen von den sonstigen Mängeln,, die die Kritik an Bousset bereits ausgesetzt hat, würde man sich versucht fühlen, den Titel seines Werkes in ״Geschichte des hellenistischen Judentums“ abzuändern. Auf die Tatsache selbst hat Perles bereits hingewiesen2. Die Erwiderung Boussets, daß er vor allem die Volksfrömmigkeit darstellen und sie nicht mit der Gelehrten- 1 In der Fortsetzung gibt M. der Erkenntnis deutlichen Ausdruck, daß die Religion, in der Jesus in Galiläa oder Paulus in Tarsus erzogen wurde und später ״zu den Füßen Gamaliels“ zu vervollständigen suchte, besonderer Studien und Untersuchungsmethoden bedürfe. Das ist für die objektive Forschungsmethode M.s von besonderer Bedeutung. Die Feststellung M.s ist um so beachtenswerter, als er, ohne es zu wissen, mit der gründlichen Untersuchung von F. Perles a. a. O. S. 19 ff. übereinstimmt. 2 Man vgl. insbesondere Perles a. a. O. S. 5 ff. und S. 22 ff.