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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Gebot und Mysterienhandlung
Date
1932-01-01
Page
Seite 328 (sequence 10)
Language
German
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328 Michael Guttmann burgh 1920). Sein ״Judaism“ ist der Schlußstein seiner Lebensarbeit. Das bleibende Verdienst Moores ist, daß er das Judentum der ersten Jahrhunderte aus der innerjüdischen Quellenliteratur heraus zu verstehen sucht. Er kennt die Richtungen moderner Forscher, die mit den Grundbegriffen ihrer eigenen Religionsweit an das Judentum herantreten und hält sie für sachlich vorfehlt, weil man unwillkürlich zu falschen Maßstäben verleitet wird: ״But it is idle to try to comprehend Judaism at all unless we are prepared to accept its own assumption as principles of interpretation, and not to substitute ours for thern"" (I, 112). Strenge Sachlichkeit verrät sich auch darin, daß Moore innerhalb des Judentums selbst eine strenge Linie zieht zwischen dem eigentlichen Stamm und zwischen seinen abgesplitterten Teilen. Das Stammjudentum nennt er ״normatives Judentum“1. Seine fundamentalen Autoritäten für das neutestamentliehe Zeitalter sieht er in der mit Schammai und Hille'l be״ ginnenden Tannaitenkette bis herab zu den Schülern Gamliels des zweiten und deren Nachfolger. Er verkennt keineswegs die Tatsache, daß das Judentum auch Sekten aufzuweisen habe, doch habe er den Hauptstrom des Judentums im Auge, das Stammjudentum, und das ist das sogenannte ״Rabbinische Judentum'", wofür er, wie bereits bemerkt, die Bezeichnung ״normatives Judentum"" vorzieht (III. V—VI). Erst im kurzen Vorwort des III. (Ergänzungs~)Bandes hat Moore von den Grundsätzen seiner Darstellung klarer ge~ sprochen; er faßt sie in drei zusammen: a) Gegenstand seiner Darstellung ist nur das normative Judentum. Abgesplitterte Nebenformen, die durch Einwirkung fremder Einflüsse entstanden sind, werden hier nicht untersucht. b) die Untersuchung gilt nicht speziell dem Judentum des neutest amentlichen Zeitalters. Denn weder die christliehe Aera noch die Vollendung des neutestamentlichen Kanons 1 Perles a. a. O. S. 22 nennt es offizielles Judentum, ich glaube jedoch der Benennung 77S t a m.m j u d e n t u m“ den Vorzug geben zu sollen, weil entstehungsgeschichtlich das hellenistische Judentum mit seinem Hauptsitz in Alexandrien einen vom jüdischen Volkskörper abgesplitterten Teil darstellt.

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