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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 317

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Secharja ben Berechja
Date
1932-01-01
Page
Seite 317 (sequence 5)
Language
German
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Secharja ben Berechja 317 tiberträgt die Worte des Propheten so, daß sie auf ein bestimmtes Ereignis hindeuten: ,,Wehe der Stadt, in deren Mitte sie Blut vergossen haben, diesem Kessel, in dessen Mitte schmutziger Rost ist, und sein Rost ist aus seiner Mitte nicht abgegangen. Stück um Stück haben sie in die Fremde ziehen müssen; nicht war ein Los über die Stadt geworfen. Denn ihr Blut war in ihrer Mitte, das Blut des Secharja1, auf kahlen Felsen hat sie es fließen lassen, nicht auf den Erdboden hat sie es vergossen, daß sie Staub darüber dann deckte. Dadurch hat sie bewirkt, daß der Grimm heraufkommt und daß die Strafe geübt wird. Darum, so spricht der Ewige, wehe über die Stadt, in der das Blut ist, ich werde viel sein lassen der Leiden, viel sein lassen der Legionen, ich werde aufbieten die Heerführer, ich werde anrücken lassen die Krieger, und ihre Helden werden verstört sein/' An die Worte der Predigt ,,ihr Blut war in ihrer Mitte, das Blut des Secharja" hat der Redaktor jenes weitere angefügt: ,,Rabbi Judan hat den Rabbi Acha gefragt: Wo hat Israel den Secharja getötet, im Yorhof der Israeliten oder im Vorhof der Frauen? Und er hat ihm geantwortet: Nicht im Vorhof der Israeliten und nicht im Vorhof der Frauen, sondern im Vorhof der Priester, und nicht tat man mit seinem Blute wie mit dem Blute eines Hirschs und dem Blute einer Gazelle2; von dem Blute eines Hirschs und dem Blut einer Gazelle schreibt die Bibel: ,,Wenn man ihr Blut ausgießt, soll man es mit Staub bedecken*■ (Lev 1713). Aber hier steht geschrieben: ,,das Blut ist in ihr, -auf nackten Felsen hat sie es fließen lassen, nicht es auf die Erde;gegossen, daß sie Staub darüber deckte." Es ist gar nicht zu verkennen, wie es der eigentliche Zielpunkt unserer Predigt und ebenso der Worte des R. Acha ist, daß in Jerusalem unschuldiges Blut auf kahlen Felsen ge- 1 DieseWorte ,,das Blut des Secharja“ sind in den Handschriften ausgefallen; daß sie ursprünglich dort standen und zu ergänzen sind, ergibt sich aus der Anfügung der Frage, des R. Judan. Sie konnte von dem Redaktor angefügt werden, nur wenn die Predigt selbst von Secharja sprach.. Die handschriftliche Überlieferung unserer Predigt weist auch sonst solche Auslassungen auf, die wesentlich aus dem Targum zu ergänzen sind. Vergl. Echa rab. Pet. 23 (S. 10 b) und zu 4, 13 (S. 74 b). 2 Deut 1215f. und 1522 f.; Strack, Kommentar I 940 übersetzt irrig: ,,Widder“ א.יל statt א*ל.

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