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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 315

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Secharja ben Berechja
Date
1932-01-01
Page
Seite 315 (sequence 3)
Language
German
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Secharja ben Be rech ja 315 Mann, dessen Bekanntschaft bei den Zühörern oder den Lesern nicht vorausgesetzt werden konnte“, und endlich, was für Well־־ hausen ,,das Entscheidende ist: sein Blut kann nicht als das letzte vergossene Blut eines Gerechten dem Abels als dem ersten entgegengesetzt werden; denn nach ihm haben die Juden noch viele Propheten und Gerechte getötet, z. B. unter König Manasse und unter König Jojakim1“. Keiner dieser Ein wände ist aber stichhaltig. Die beiden Ortsbezeichnungen zunächst ,,im Vorhofe“ und ,,zwischen Tempelhaus und Altar“, brauchen einander nicht zu widersprechen; denn der eigentliche Altar, der große Brandopferaltar, stand im Vorhofe2. Ganz ohne Bedeutung ist das Argument vom ,,obskuren Mann“; denn ein Secharj a, wer immer er war, ist in die Legende oder zum mindesten in die Erinnerung des Volkes eingegangen, und damit war er kein Unbekannter mehr; das, was hier erst bewiesen werden soll, daß nämlich jener Secharja der Chronik nicht ein Bekannter, sondern ein Unbekannter war, dient so hier schon als Beweisgrund. Und dieselbe petitio principii wird begangen, wenn umgekehrt z. B. von Nestle aus der Tatsache der Legende schon gefolgert wird, daß es sich nur um den Secharja der Chronik handeln könne3. Auch das, was für Wellhausen das ,,Entscheidende“ ist, kann nicht als entscheidend angesehen werden; denn ganz abgesehen davon, daß damals oft die Linie der Bibel auch als die der Zeitenfolge galt, ist von denen, die unter Manasse getötet wurden, in der Bibel keiner mit Namen genannt, und der Prophet Urija, der unter Jojakim den Märtyrertod starb, wird — und dies könnte als ein wichtiges Argument erscheinen — in einer Haggada ausdrücklich neben unserem Secharja als der ermordete Gerechte genannt4. Auf diese üblichen, vor allem von Wellhausen vorgebrachten Beweise läßt sich daher die andere Annahme nicht stützen, die nämlich, welche schon auf eine Vermutung von Grotius zurück- 1 Wellhausen, Das Evangelium Matthaei z. St. und Einleitung in die drei ersten Evangelien 2 S. 118 f. 2 Josephus, Antiqu. XV, 11, 5; Middot III, 1 ff. u. V. 1. 3 Zeitschr. f. neutest. Wissenschaft 1905 S. 199. 4 Midrasch zu Kohelet 316: ,,An der Stätte, an ,,der Gerechtigkeit wohnen sollte“ (Jes 121), . . . dort haben sie den Secharja und den Urija getötet“; ebenso Midrasch zu Lev 4t.

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