Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Massa JHWH
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 11)
- Language
- German
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משא ייהוד, ־ T 283 Beispiel dafür, wie die ,,neue" Fassung der Jeremiarede, die der Bearbeiter zur besseren Klarstellung der Absicht des Propheten hergestellt hat, den Sinn der alten Rede völlig umbiegt und, wenn ich nicht irre, ins Sinnlose verkehrt. Sie, die Bearbeiter, die zur Begründung des unverständlichen Wortverbots hinzufügen ,,ihr verdrehtet die Worte des lebendigen Gottes"1, sie scheinen in Wirklichkeit — unabsichtlich — sich selbst dieses Vergehens schuldig gemacht zu haben. Eine Möglichkeit bleibt allerdings noch zu erwägen: Ist die im überlieferten Text gegebene Beziehung von Jeremias Tadel auf ma§§ä’ im Sinne von ,,Spruch Gottes" irrig und die Begründung in V. 36 späteren Händen zuzuschreiben, die doch auch oben für den Beweis der richtigen Auffassung von משא herangezogen worden ist, so bleibt zu untersuchen, ob für die Vorlage ohne die Zusätze nicht doch auch die Bedeutung ,,Last" in Betracht kommt, oder ob die Bedeutung ,,Darlehen, Forderung" aus dem alten Text allein sich ausschließlich ergibt. Könnte doch an sich auch ,,die Last Jhwhs" nach einigen Stellen ein Schlagwort zur Bezeichnung Israels gewesen sein, das Gott trägt und nicht abwirft. Jedoch wird auch ohne V. 36 die ,,Last" ausgeschlossen und das ,,Darlehen" erwiesen durch das Verbum נטש ,,aufgeben", nicht ,,abwerfen", durch ונשיתי V. 39 und durch den Umstand, daß auch die Begründung V. 36 כי המשא יהיה לאיש דברו והפכתם דברי אלהים חיים nicht hätte entstehen können, wenn nicht die Beziehung auf משא ,,Darlehen" im alten Texte gegeben war. Von dem klaren und gewöhnlichen ma^ä’ ,,Last" aus wäre weder der Prophet noch der Bearbeiter darauf gekommen, in dem ,,Spruch" das ,,Darlehen" zu erkennen. Das ,,Lehen Gottes" ist das Ursprüngliche, von wo aus das Mißverständnis משא ,,Spruch" und ,,Last" erklärlich ist, nicht umgekehrt. An sich böte das unvokalisierte Wort משא in der Schrift übrigens auch die Möglichkeit zu anderen Mißverständnissen, da man an מ$א1ן Prov 2626 denken könnte, das man als ,,Betrug"(?) versteht und zu נשא) השא) ,,täuschen" stellt, allenfalls auch an משאה, משאה (beide Vokalisationen sind seltsam, man würde משאה, 1 Nicht ganz ausgeschlossen ist es, daß schon in der Urrede von einer Verdrehung des Sinnes eines VerheißungsWortes Gottes die Rede war, das die Rückforderung des Volkes für später in Aussicht stellte.