Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Massa JHWH
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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280 Harry Torczyner zuforderndes Lehen" (מ$א), das er aus der Hand der gegenwärtigen Besitzer rückfordern wird. Aber wie etwa Jer 12e f. die trügerischen Heilsverheißungen abweist, die sich auf das theologische Schlagwort vom ,,Hause" und ,,Erbbesitz" Jhwhs stützen und es V. 7 ausdrücklich heißt: ״Verlassen hab״ ich (ע!בתי) mein Haus, aufgegeben (נטשתי) meinen Erbbesitz, gegeben meiner Seele Liebste in ihrer Feinde Hand", so sagte unsere Stelle (Kap. 23) mit demselben Ausdruck (״ :(נטשתיIhr sagt, ihr seid Gottes Darlehensforderung? Ihr sollt so nicht sagen! Aber wohl, ihr sagt es doch? Nun denn, ihr seid dies Darlehen (V. 33 אתם דוטשא), ich will euch als Darlehen aus geben (so kann jetzt ונשיתי אתכם נשא V. 39 genauer übersetzt werden), aber — ich will euch nicht rückfordem, sondern preisgeben (ונטשתי אתכם)." Mir scheint es völlig klar, daß diese Fassung, die uns ein wichtiges Stück alt jüdischer Theologie erschließt, den Ursprungliehen Sinn der Jeremia-Rede wiedergibt. Denn in ihr ist alles zwingend und geschlossen. Daß Israel darauf hoffte, von seinem Gott, als dessen Eigentum es sich fühlte, wieder rückgefordert zu werden, ist ein Gedanke, der häufig genug in der Bibel wiederkehrt, und den auch das Buch Jeremia für die spätere Zukunft (vgl. 2910) als berechtigt gelten läßt, den aber Jeremia für seine Gegenwart als schlimme Selbsttäuschung abweisen mußte. Nicht ein sicherlich unschuldiges Wort empört ihn, sondern, wie im ganzen Inhalt der in Kap. 23940־ erhaltenen Reden, die Einlullung des Volkes durch die glatten1 Reden der Heilspropheten. Sie selbst schon beziehen den Ausdruck ■•משא יהוד auf Israel oder Jerusalem, das einzufordernde Erbe Gottes, nicht auf eine Rede. Mit Recht greift daher die Antwort diese Beziehung auf, um daraus die logische Folgerung zu ziehen: Ihr betrachtet euch als Lehen, gut, ich will euch dementsprechend behandeln. 1 Im Gegensatz zu dem wahren unheildrohenden Gottes wort, das zerstörend ״wie das Feuer ist und wie der Hammer, der den Felsen trümmert“ (Jer 2329) ist die Rede der Heilspropheten nach V. 30 f. glatt und friedlich. Daher ist wohl V. 31 statt הלקחים לשונם etwa zu lesen: המדוליקים לשונם Mit diesem Ausdruck erklärt schon David Kimhi z. St. das Wort, wobei er sich für לקח ,,glatt sein“ auf Prov 721 beruft, wo כרב ל^ןחה in Parallele zu ״?חלק ש׳פחיהmit der Glätte ihrer Lippen“ steht. Aber dort ist eben der Parallele wegen!״ בקי לי!חךmit der Zartheit ihrer Rede“ zu lesen. Vgl. Torczyner, ZDMG 71, 102.