Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Massa JHWH
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 7)
- Language
- German
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מע\א יהוד. 279 erwähnen und gedenken noch anfertigen soll1. An diesen und anderen Stellen bildet jedoch nicht eigentlich das Wort oder die Redensart den Anstoß, sondern richtig die Theologie der jerusalemischen Juden, die in solchen Schlagworten zum Ausdruck kommt: Gott ist an Jerusalem gebunden, es ist der Ort des ,,Throns deiner Herrlichkeit", den ,,du •nicht schänden kannst" (1421), ,,du wirst deinen Bund mit uns nicht brechen" (a. a. O.), da wir ja ,,die Lade mit dem Bunde Jhwhs" (316) als bindendes Vertragsdokument besitzen. Jerusalem ist der Topf, in dem wir, das Fleisch, bleiben müssen (Ez 113) — dieses Bild liegt auch Jer 113 zugrunde2 —, der Tempel ist Gottes Palast (74), er kann ihn nicht zerstören. Ist es da nicht wahrscheinlich, daß auch an dem Ausdruck משא ידוה von vornherein nicht die anderswo ohne Anstoß gebrauchte Bezeichnung für den Gottesspruch störte — die doch erst durch willkürliche Unterschiebung einer vom Volke nicht beabsichtigten Meinung zu ,,Jhwhs Schuldforderung" oder allenfalls ,,Jhwhs Last" wurde und auch dann höchstens zum spöttischen Wortspiel, nicht aber zu zornigem Fluch hätte Anlaß geben können —, sondern daß eben wie היכל יהרה und •אר׳ון כרית יהוד auch מ$א יהוה ein Schlagwort gewesen war, dessen theologischer Inhalt mit Recht zu grimmiger Kritik herausforderte! Setzen wir einmal diesen Fall: Die Zeitgenossen Jeremias ,,sagten" משא יהוה — nicht als Bezeichnung der Gottesrede — sondern als theologisch-politisches Urteil über Israels Beziehung;zu seinem Gott, ganz wie sie obige Schlagworte darüber im Munde führten, ja ganz wie sie allgemein vom Hause Jhwhs (כית יהוה) und von sich als dem ,,Erbbesitz Jhwhs" (•נחלת יהוד) sprachen. Israel ist, so sagten sie, Gottes Eigentum, das er auch, wenn er es aus der Hand gibt, wenn Israel etwa in die Herrschaft fremder Völker gerät, wenn es unterdrückt und verschleppt wird, dennoch als den Unterdrückern nur geliehen betrachtet, als ein ,,ein- 1 Zum Verständnis der Stelle vgl. Torczyner, die Bundeslade und die Anfänge der Religion Israels, S. 32. צ Wie ich schon Debir II 77 Anm. 1 gezeigt habe, ist zu übersetzen: .,,Einen angefaehten Topf sehe ich, und sein (des Anfachenden!) Antlitz ist von Norden her“. Der Topf ist Jerusalem, gegen dessen Be- ־vvohner darin Gott von Norden her das Unheil sendet.