Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Massa JHWH
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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מ&א יהרה 277 braucht wird, stört den Redner oder Autor, sondern der Umstand, daß das Volk in seiner falschen Aussprache ,,die Worte Gottes verdreht“ und aus Gottes Ausspruch ,,Gottes Anspruch“ macht! Und statt ein so zweideutiges Wort zu gebrauchen, sollte man lieber einfach sagen: ,,Was hat Jhwh geantwortet oder gesagt?“ Die fehlerhafte Aussprache selbst in der Schrift von der richtigen zu unterscheiden hatte der Autor kein Mittel, und so konnte er das nur durch die Definition von משא in V. 36 andeuten, was wir durch die Lautbezeichnung deutlich sagen können. Ferner befriedigt auch soweit die Ausdeutung der nun einmal vorhandenen Formel von der ,,Schuldforderung Gottes“ in der zweiten Hälfte von V. 33 und in V. 39, die besagt: Gut, ihr sollt meine, Gottes, Schuldforderung sein, ich derjenige, der ich euch als Forderung eigne (dies ,,ich habe euch, gebe euch aus als Forderung“, bedeutet ונשיתי אתכם נשא V. 39; nicht ,,Forderung an euch“, was בכם lauten müßte), aber — ich will euch fahren lassen und preisgeben, mir fort aus den Augen! Soweit gibt alles guten Sinn, texttreuer, korrekter, schärfer und pointierter als die — unmögliche — Deutung auf eine Last, und man mag einen richtigen Witz darin erkennen, daß Gott, von dem ihm so zugeschriebenen Begriff der Schuldforderung aus, sich auf die milde Übung des Schulderlasses beruft, um — grausam —• Israel, seine Schuldforderung, preiszugeben und von sich zu stoßen. Und wer in V. 33—40 wirklich den authentischen Text der Prophetenrede sieht, muß sich wohl bei dieser Auffassung beruhigen und mag versuchen, in der Übersetzung das Mißverständnis des Wortes ma§sä״ etwa durch den Wechsel von ,,Ausspruch“ und ,,Anspruch“ wiederzugeben. * * * Die volle Lösung des massä'-Problems scheint mir jedoch wohl auch damit noch nicht gegeben zu sein. Es mag verständlich sein, daß der Prophet einen zweideutigen Ausdruck zugunsten des eindeutigen ,,Was hat Jhwh gesagt?“zu vermeiden empfiehlt. Aber ein Teil der oben berührten Schwierigkeiten gilt auch für ,,Forderung“ wie er für ,,Last“ galt: Wenn jemand an den Priester oder Propheten die klare Frage stellte, ,,Was ist Gottes ma^ä’?“, war, da doch auch die Bedeutung ,,Ausspruch“ für dieses Wort üblich und gerade in dieser Verbindung gewöhnlich war, ein wirkliches Mißverständnis, sei es mit