Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829983-2829987-2837508--51243-2837602- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Besprechungen 261 im Vorbereitungsstadium des J. L. zwei große tabellarische Übersichten vor, die, wohl erstmalig in dieser instruktiven Form, für ,,Midrasch“ die Verteilung der haggadischen. und halachischen Midraschwerke auf die einzelnen Bücher der Bibel, für ,,Gottesdienst“ einen gerüstartigen Aufriß der gesamten jüd. Liturgie boten. Beide Tabellen lagen, vom zuständigen Fachredakteur überprüft, bereits fertig im Satz vor; infolge Unachtsamkeit des ״Sekretariats“ sind sie bei der Schlußredaktion einfach unter den Tisch gefallen. Für die Aufzählung der landwirtschaftlichen Kolon i e n in Palästina wäre die urspr. vorgesehene tabellarische Form zweckmäßiger gewesen. Die Einzelangaben wären dann nicht so außerordentlich unvollständig und ungleichmäßig ausgefallen. Abgebildete und abgedruckte fremdsprachige Inschriften sollten immer übersetzt oder wenigstens mit einer kurzen Inhaltsangabe versehen werden, da sie sonst zwar gelehrt, aber unverständlich wirken; vgl. Bd. III, Sp. 421, 899, 1298, 1330; Bd. IV, Sp. 619; gut dagegen Bd. III, Sp. 617. Daß ein Nachschlagewerk in biografischen Artikeln das Geb a rtsj a h r, soweit es zu ermitteln ist, bringen muß, ist eigentlich das Mindeste, was man verlangen kann. Aber — um Art. über einige bekannte Namen zu nennen — sowohl die Art. über Abraham Tiktin, der übr. nicht erst 1811, sondern bereits 1803 nach Glogau kam, wie über seinen Sohn Salomon Tiktin (geb. 1764 bzw. 1791, beide Geburtsjahre allerdings nicht aus der Jew. Enc. ersichtlich), als über den Konstantinopler Rabbiner David Markus, Mitarbeiter des Lexikons (!), über den bekannten Charlottenburger Maschinenbauprofessor Georg Schlesinger (1874), Chajim Soloweitschik, die erste Laienpredigerin L. Montague (1873), ermangeln dieser elementaren Angabe, da das J. L. zu umständlicheren Nachforschungen sich keine Zeit nahm; gewiß handelt es sich in dieser Hinsicht um Ausnahmefälle — aber um. unnötige. * * & Es ist zu beachten, daß es sich, wie einleitend gesagt, im Vorstehenden nur um einige wenige Beispiele aus der Überfülle des Materials handelt. Kleinere Rügen, unendlich viele gemachte VerbesserungsVorschläge, zahlreiche andere Lücken, Mängel und Fehler bleiben hier unerwähnt. Nur mit eiserner Energie und unermüdlicher Zähigkeit auch im Kleinsten kann in ständiger fachmännischer Überarbeitung, die sich nie mit dem Erreichten zufrieden gibt, zugleich getragen von einem Strom frischer Publizistik, das J. L. für das große Publikum, lür die Jugend, für die Lehrerschaft, für Presse und Praxis auf die Höhe der Zuverlässigkeit und Brauchbarkeit, der Wissenschaftlichkeit und Aktualität gehoben werden, die dem Werke einst als Ziel vorschwebte. Übrigens soll das J. L. nicht nur für Laien und Lernende nützlich sein, sondern auch für den Gelehrten, der sich in judaicis schnell und erstmalig auf Gebieten orientieren will, die seiner eigenen Arbeit ferner liegen. Dazu aber muß das J. L. in neuen Auflagen noch manche