Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 15)
- Language
- German
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260 Besprechungen gewiß auch ein Segen Jakobs, der aber im Art., da nicht einschlägig, nicht einmal genannt wird — auf mangelnder Redaktionssorgfalt und stiftet Verwirrung. Menora — ikonografisch, für kunstgeschichtliche Vergleichung wertvoll wären, die Tafeln Bd. IV, 122 ff. (mit übr. teilweise sehr unvollkommenen Herkunftsangaben) gewesen, wenn sie, statt des jetzigen Durcheinander, chronologisch oder stilmäßig oder formal oder nach der Herkunft geordnet worden wären. Dann wäre z. B. auch nicht die fast gleiche polnische Menora Tafel 122, Nr. 2 und 123, Nr. 4 doppelt erschienen. (Nb. erwähnt der Art. weder die Bezeichnung שרגא Sabb. 45a, Gitt. 57a noch Chanukkija noch Arbores — vgl. auch das häufige Baummotiv im Leuchter schmuck — noch die gelegentliche Sitte der zwei Schammossim, die sogar mehrere Abbildungen, von der Illustrations: redaktion offenbar unerkannt, aufweisen.) Molieibuch — es wird auf ,,Abbildung nächste Seite“ verwiesen, wo man vergeblich sucht; die Abbildung steht nämlich bereits auf der vorhergehenden Seite, und es handelt sich ja um kein hebräisches Buch. Pidjon — so heißt korrekt der Art., aber die Tafeln 137/8 bringen konstant: Pidjan. Trachten der Juden — mit Voltzens Kupferstichen zu ,,Sessas“ grobantisemitischer Posse ,,Unser Verkehr“ diesen Art. auszustatten, ist ebenso geschmacklos wie irreführend — denn Voltz karikierte, wie Sessa spottete; und inwiefern gehört ein böhmischer Jude im Tallit (Sp. 1012) in diesen Art., der doch die Ziviltrachten meint? (Übr. ist hier zu Ziffer I nicht einmal Adolf Brülls einschlägiges Werk vom J. 1873 als Lit. zitiert, von anderen Spezialarbeiten abgesehen). Turmbau zu Babel — wenn irgendwo, so war doch hier, stattBrueghels nicht instruktiven Phantasiegemäldes, die Abbildung eines Zikkurat zu erwarten, vgl. das reiche Material bei Greßmann, Altorient. Texte und Bilder. Grundsätzlich wäre aber noch zu bemängeln, daß das J. L. in der Beschriftung der Bilder noch ganz in der veralteten Form der Textierung stecken geblieben ist, statt, wie sich das für ein volkstümliches Werk wohl geziemt hätte, durch eine neuartige didaktische Te x-, tierung, durch kurze Hinweise auf das Charakteristische des Bildes, evtl, auch durch Vorsatz textierten Pergamentpapiers, den Beschauer zum Sehen und damit gleichfalls zum Wissen zu erziehen. VII. Verschiedenes. Ein Werk von dem Charakter des J. L. muß auf größte Anschaulichkeit Wert legen, nicht nur im Text, sondern auch durch Übersichten u. dgl. Durch reichlichere Ausstattung mit gut ausgewählten Anschauungs- Schemata hätte das J. L. überhaupt an wirklich moderner Gestaltung nur gewinnen können. Unter diesem Gesichtspunkt wurden z. B. im Bd. II die vergleichenden Geschichtstabellen angeregt und durchgeführt. Zu den Art. ,,M idras ch“ und ,,Gottesdienst“ lagen