Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829983-2829987-2837508--51244-2837603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
262 Besprechungen Wandlungen erleben. Auch muß das ganze Rezensionsmaterial gründlich durchgearbeitet werden. Ausdrücklich sei noch betont, daß sich diese und die vielen Tausende von anderen Ausstellungen, die zu erheben sind, nicht so sehr gegen die Autoren richten — die, oft an Meinen Plätzen oder unter anderen Erschwerungen arbeitend, sicherlich von bestem Willen beseelt waren, aber nur zu häufig unter Mangel an neuerer Literatur und Kontakt mit der Wissenschaft leiden —, nicht auch gegen die Fachred akteure, die z. T. mit unermüdlicher Hingabe und wertvollsten Anregungen unserm Werke dienten, als vielmehr in allererster Reihe darauf hindeuten wollen, daß diesem Lexikon im Grunde genommen kein straff geleitetes, ernsthaftwissenschaftliches und technisches Sekretariat zur Verfügung stand. So aber geht es wirklich nicht! Statt einer Erwiderung, Von Georg Herlitz. Die Schriftleitung der MGWJ war so liebenswürdig, mir als einem der Begründer und Mitherausgeber des Jüdischen Lexikons das vorstehende ,,Nachwort zum Jüdischen Lexikon“ vor seinem Erscheinen zur Einsichtnähme zu übersenden. Ich nehme davon Abstand, auf die Ausstellungen, die Herr Dr. Kirschner im einzelnen macht, einzugehen, und begnüge mich damit, aus der von Herrn Dr. Kirschner selbst verfaßten Einleitung zum ersten Bande des Jüdischen Lexikons hier die Schlußsätze zu zitieren: ,,Alle Kritik, die an unserem Werk geübt wild, soll uns hochwillkommen sein, wenn sie nicht k 1 ei nlic 11nörgelnd, sondern positiv ist, d. h. helfend und beratend sowie konkret den Weg zum Besseren zeigend, und wenn sie gerecht is t: s i e darf nichtvon eineridealen Forderung aus gehen, sondern von dem, was wir wollten und wie wir es erfüllt haben, und sie darf die bei den meisten anderen literarischen Erzeugnissen unbekannten besonderen technischen Schwierigkeiten eines nach de, m Weltkrieg geschaffenen und noch dazu ersten Jüdischen■ Lexikons in deutscher Sprache nicht übersehen. Dann, nur dann, wird Kritik wertvoll sein. Übrigens wollen wir die Leser und Benutzer unseres Werkes selbst sprechen lassen: jedem der vier Bände sind Vordruckzettel beigefügt, durch die wir auf Fehler, Lücken, Überflüssiges, als falsch Vermutetes, kurz auf alle Vervollkommnungserfordernisse aufmerksam gemacht werden möchten; wir werden für jede solche Anregung besonders dankbar sein. Leser und Kritiker werden sich mit den Herausgebern bewußt bleiben müssen, daß auch von unserem Werke das Wort Goethes gilt, das er 1787 auf der Italienischen Reise notierte: ,,Solch eine Arbeit wird eigentlich nie fertig.“ Berlin, im Juli 1927. Dr. Georg Herlitz. Dr. Bruno Kirschner.“