Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 12)
- Language
- German
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Besprechungen 257 merkungen in den übrigen Abschnitten. Man könnte mit‘solchen Anmerkungen viele Bogen füllen. Von Messer Leon wird auf ,,Leon, David Messer“ verwiesen. Dieser wird in seinem Artikel mit David ben Juda ben Jechiel gleichgesetzt. Wenn man von Messer Leon schlechthin spricht, meint man aber gewohnlich den Verfasser von Nofet Zufim, den Arzt und Ästhetiker Juda ben Jechiel in Mantua, der der Vater Davids war, aber keinen Art. im J. L. hat, obwohl er unzweifelhaft der viel bedeutendere der beiden Messer Leon war und im Art. Inkunabeln z. B. auch gewürdigt wird. In vielen Artikeln, so Christi. Hauptfeste, Hermeneutik, Pessach, Pessachopfer wird auf einen Art. Mazza verwiesen, der auch durchaus nötig gewesen wäre, denn dieser Gegenstand ist nur unzureichend behandelt; unter ,,Mazza, Mazzot“ wird aber auf die Art. Pessach und Seder verwiesen! Sehr häufig (z. B. Bd. III, Sp. 1119, Art. Lippe, Sp. 1152, Art. Lit., hebr., Bd. IV, Sp. 261, Art. Mohilewer, Sp. 550, Art. Odessaer Komitee, Sp. 637, Art. Ostjuden) wird durch Sternchen (*) auf einen Art. Chibbat Zion verwiesen, den es aber gar nicht gibt. Das hätte ein aufmerksames Sekretariat doch mindestens im 2. Bande bereits bemerken müssen. IV• Lückenhafte Literaturangaben. Es ist klar, daß ein Werk wie das J. L. auch nur annähernde Vollständigkeit in den Lit.-angaben nicht bieten kann und auch nicht erstreben will, daß aber andererseits doch wenigstens die wichtigsten Arbeiten unserer jüdischen sowie nichtjüdischer Gelehrten besonders zitiert sein müssen, namentlich Monographien zu den betreffenden Stich- Wörtern. In diesem Punkte hätte eine jüd. Enzyklopädie sogar eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen. Seit vielen Jahrzehnten liegt wertvollstes wissenschaftliches Material z. B. in älteren Zeitschriften begraben, an das neue Bearbeiter des Gegenstandes gar nicht herankommen. Das J. L. konnte, hätte es die stets geforderte systematische Durcharbeitung der in Betracht kommenden Zeitschriften vornehmen lassen, dadurch zahllose verschollene Monograp hieen wiederbeleben und zur Auswertung reif machen. (Moise Schwabs ,,Repertoire“, Paris 1914—1923, ist nur ein alphabetisches Autorenregister, das also für Stichwortliteratur nicht verwendbar ist. Für MGWJ erscheint ja erfreulicherweise demnächst ein Gesamtregister, aber es wird für die jüd.-wissenschaftliche Arbeit mehr gebraucht: ein Zentralregister, aller wichtigen monographischen Aufsätze aus jüdischen, christlich-theologischen, orientalistischen, evtl, auch historischen, sozial- und religionswissenschaftlichen Zeitschriften). Die Unterlassungen in dieser Hinsicht im J. L. sind zahllos; dabei enthalten die biographischen Artikel des Lex. selbst viel gutes, leider sachlich nicht immer benutztes Material. Bei Lit.-Nachweisen mancher Artikel hat man den peinlichen Eindruck, daß sie mit den 90er Jahren des vorigen Jhdts., spätestens aber mit der Zeit des Erscheinens der Jewish Encyclopedia, schließen. (Nb.: in der Lit. können englische und französische, evtl, auch Monatsschrift, 76. Jahrgang 17