Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 10)
- Language
- German
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Besprechungen 255 Talmud — in oder zu diesem Artikel vermißt man eine Zusammen- Stellung über ,,Ge fälschte (oder mißverstandene) Talmudzitate“, in der, unter Einschluß, des Schulchan aruch, die bekannten Behauptungen über die Ethik des T. der Reihe nach aufgeführt, textlich belegt und wissenschaftlich behandelt werden. Daß eine solche Aufzählung, die bei der Vorbereitung des J. L. sachgemäß vorgesehen war, in einem volkstümlichen Nachschlagewerk fehlt, ist eine der Unbegreiflichkeiten, an denen das J. L. im Laufe der Zeit so reich geworden ist. Terach — nennt man (wegen des bekannten Midrasch) auch einen nichtreligiösen alten Mann; eine der vielen folkloristischen Lücken des Lex. Torczyner, Harry — seine Forschungen über Hiob, die Bundeslade, das semitische Sprachproblem waren doch wenigstens zu charakterisieren. Trödelhandel — hier hätte wohl stärker herausgearbeitet werden können, daß der Tr. des Mittelalters die Quelle zahlreicher für die J. der Gegenwart typisch gewordener Erwerbs zweige (Textilgewerbe, Möbelgeschäfte, Juwelierwaren u. a.) und die Urzelle der Kaufhäuser geworden ist, wie dies im Art. Geldhandel angedeutet ist. Türkei — die Zahl der J. wird zuletzt für 1908 (!) angegeben, die Ergebnisse der Volkszählung vom J. 1927 sind noch nicht berücksichtigt, obwohl sie in dem zeitlich vorhergehenden Art. Statistik (Bd. V Sp. 633/4 u. 663) enthalten sind (81872). Wasser — hier fehlt eine religionsgeschichtliche Behandlung der zahlreichen Wasserwunder der Bibel und der Wasserriten, mindestens aber Hinweis auf Art. Lebenswasser; vgl. die (nichtzitierte) symbolgeschichtliche Untersuchung von M. Ninck, Bedeutung des W. in Kult und Leben der Alten, 1921. Weltkrieg und die Juden — Art. behandelt nur die militärische Beteiligung der J. und Beeinflussung der j. Mortalität, dagegen nicht den Einfluß auf das j. Schicksal überhaupt (in polit., zionist., wirtsch.-sozialer, innerjüd.-ideologischer und antisem. Beziehung). Daß an einen solchen Inhalt ursprüngl. gedacht war, zeigen Hinweise auf einen Art. Weltkrieg wie im Art. Ostjuden. Wissenschaft des Judentums — die Tabelle der Organisationen Bd. V, Sp. 1463/4 macht in ihrer Unvollständigkeit einen traurigen Eindruck; sie war, zumal als entbehrlich erkannt, auch in der letzten Korrektur gestrichen!. Zahlen — von den Stichwörtern Drei, Dreizehn, Sieben, Vierzig, wird auf Zahlenmystik verwiesen, aber dieser Art. ist dann ganz unzureichend. Hier waren unterzugliedern und mit Beispielen und Vergleichungen zu belegen die Einer (was nur schwach geschehen׳ ist), die Zehner, die Zwölfer mit ihren Multiplikationen (auch 120); es fehlen im, Literaturnachweis Monografieen wie Böklens Beitrag zum Manichäismus: ,,Unglückszahl“ 13 und ihre mythische Bedeutung (Lpzg. 1913); L. Troje, Die Dreizehn und die Zwölf usw.. (Lpzg. 1925); H. Grimme, Das israel. Pfingstfest 1907 (Siebengottheit?); J. Hehns aufschlußreiche religionsgeschichtliche Studie ,,Siebenzahl und Sabbat“ 1907 (fehlt auch beim Art.: