Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 7)
- Language
- German
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252 Besprechungen Steinthals ,,Mythus und Religion“ (1870), Goldzihers ״Der Mythos bei deh Hebräern“ (18.76), C. Fries., ,,Griechische und altorient. Mythologie“ (1911), sodann Oskar Goldbergs ,,Die ׳Wirklichkeit der Hebräer“ (1925) mit Erich Ungers ,,Problem der ־mythischen. Realität“ (1926), aber auch W. Wundts ,,Mythus und Religion“ 2 Bde (1905), Ernst Cassirers Beitrag zum Problem der Götternamen ,,Sprache und Mythos“ (1925), Ed. Stuckens ״Beiträge zur Oriental. Mythologie“ (1902), J. J. Bacliofens ,,Mythus von Orient und Okzident“ (in der Neuordnung von Bäumler und Schroeter (1926) zu zitieren. Ostjuden —- hier wird nur das historische und gefühlsmäßige Verhältnis der Westjuden zu den Ostjuden dargestellt, dagegen fehlt völlig eine zusammenfassende Beschreibung des Begriffsinhalts ,,Ostjuden“, die jä die Art. Rußland, Polen, Galizien natürlich auch nicht geben. So fehlen auch alle Hinweise auf die besondere politische, wirtschaftliche und soziale Situation der Ostjuden in Ländern wie Deutschland, England, Österreich usw., statistische Angaben und die ganze, nach Dutzenden von Arbeiten zählende Spezialliteratur; das Organisation wesen der Ostjuden ist nicht behandelt usw. Onias der Kreisdreher — wird unter dieser bekannten Bezeichnung vergeblich gesucht; daß es sich um den im 1. Bande behandelten •Choni hameaggel handelt, werden nur wenige Benutzer des J. L. wissen. Päpste <— daß es im 12. Jhdt. einen der jüdischen Bankierfamilie Pierleone entstammten Papst Anaklet II. (1130—1138, Gegenpapst Innozenz5 II.) gegeben hat, scheint dem J. L. in einem Spezialartikel ,,Päpste“ nicht wenigstens erwähnenswert, obwohl es in Bd. 1 einen eigenen Art. über ihn gibt, auf den aber nicht verwiesen wird — ein Zeichen der vielfach zu bemängelnden Verweisungs-Unordnung (s. Abschn. III). Presse — die Spalte ״Tendenz“ der beiden Tabellen weist zahlreiche Lücken auf, obwohl doch ein Spezialist für die Geschichte des j. Zeitungswesens auch über diesen ׳wichtigen Punkt muß Auskunft geben können; der Verfasser scheint also nicht aus erster Quelle geschöpft zu haben, Auch unter den Sp. 1109 gemachten Vorbehalten sind allerlei Ergänzungen und Änderungen am Platze (z. B. Mesopotamien Holland, Indien). Religionspsychologie — ein doch wohl zu dünn geratener Art. Daß die R. sich ihr Material aus der Religionsgeschichte hole, trifft ihr Arbeitsgebiet nur halb; sie muß vielmehr gerade an der lebenden religiösen Einzel- Persönlichkeit studieren, wie die Inhalte des religiösen Erlebnisses entstehen. Hier mußte auch der Sektor des relig. Wahns (den es auch im Judentum gibt) behandelt werden, zumal kein eigener Art. hierfür vorhanden ist; ebenso z. B. das Phänomen des Märtyrers, des Ketzers, der Askese, Ekstase, Mystik usw. — alles zusammenfassend unter psychogenetischen Gesichtspunkten. Sammlungen — die vielleicht großartigste Privatsammlung (1600 Nummern) von Schachne Moses :Salomon in London und Paris, deren Kern aus dem 14. Jhdt. stammt und die einen Wert von über 10 Millionen Mark darstellen soll, ist überhaupt nicht erwähnt.