Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 6)
- Language
- German
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Besprechungen 251 Logen, nicht jüdische — der Art. behandelt zwar die Verhältnisse der letzten Jahrzehnte sehr ausführlich, bringt aber so gut wie nichts über die geschichtliche Anknüpfung der Freimaurerei an Personen und Realien des j. Altertums, biblische und kabbalistische Einflüsse usw., obwohl ein grundlegender Artikel hierüber verfaßt und sogar gesetzt war. Lus — Nr. 1 behandelt die (später Betel genannte) Stadt L., Nr. 2 das sog. Judenlcnöchlein — ohne jegliche Beziehung untereinander, die aber gerade das Interessante ist: die Anschauung vom unverweslichen untersten Wirbelknochen als dem Ausgangspunkt der Auferstehung ist doch offenbar aus Stellen wie Sota 46b geflossen, die ihrerseits wieder auf den in Betel dem Jakob gewährten Segen der Gotteserscheinung und auf Ri 125 zurückgehen. Der Ort, den der Erzvater Jakob nicht nur als ,,Haus Gottes“, sondern sogar als ,,Tor des Himmels“ ansah, mußte dem Tode unzugänglich sein. Lus aber bedeutet eig. ,,Mandel“, die nach dem Todesr •schlaf des Winters als erste wieder zum Leben erwacht (schaked). Marcus, Ernst — dieser Altkantianer bezw. Kant-Analogist hätte wegen seiner Theorie der ,,natürlichen Magie“ (das Denken nicht nur als Kategorie, sondern als schöpferisches Prinzip) und seiner Auseinander־. Setzung mit Einsteins Theorie wohl etwas eingehender behandelt werden können. Auch fehlt Lit. über ihn (vgl. auch Friedlaender-Mynonas ,,Graue Magie“). Megiddo — Grabungsergebnisse 1923 . und 1927 (Breasted, Fisher) sind nicht berücksichtigt; s. auch zu Sichern. Mesopotamien, Neueste Zeit — kann im Hinblick auf die politischen Parallelen mit Palästina u. a. nicht mit 6 Zeilen abgetan werden. Messias — die christologischen Argumente aus Gen 4910, Micha 5!, Sach 99, Ps 22 — Stellen, aus denen das NT so viele Details gesponnen hat — sind nicht angedeutet; dgl. fehlt die ganze Weltheilandsidee, von Gilgamesch angefangen, und fast das ganze rabbinisehe Material. Zu der so gut wie völlig fehlenden Literatur s. unter Abschn. IV. Moses — in diesem wichtigen Artikel ist nicht einmal angedeutet, daß, wie übrigens gelegentlich bereits von Goethe, so neuerdings von Sellin, Bin Gorion, Bluth vermutet wird, M. durch Josua den Märtyrertod erlitten haben soll (daher das unbekannte Grab). Mystik — ob sie grundsätzlich pantheistisch oder mit den positiven religiösen Gottesvorstellungen vereinbar ist, bleibt im Art. unerörtert. Auch sonst muß doch wohl ein solcher Art. viel weiter ausgreifen, z. B. die (im Art. Buchstabenmystik behandelte) Mystik der Buchstaben, die der Zahlen, der Namen zusammenfassend darstellen, religionspsychologisch tiefer gehen (der mystische Erlebnisinhalt, Ekstase, das asoziale-egozentrische und das sozialwirksame Element der M.). Mythus — der Art. behandelt das Stichwort nur oder vorwiegend literarisch (,,M. eine primitive Form der Erzählung“) und zu wenig religions־ geschichtlich, dringt also nicht bis zum Kern vor. Die prähistorischen mythologischen Vorstufen der altisrael. wie. jeder Religion waren auf zuzeigen, mindestens die Theorien darüber darzustellen und Arbeiten wie