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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 250

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Nachwort zum Jüdischen Lexikon [Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 250 (sequence 5)
Language
German
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250 Besprechungen Jiddische Sprache — der wichtige und an sich ausgezeichnete Beitrag ist in der Erklärung des Zeichensystems und in den Schreibungsbeispielen, wo eine hochdeutsche Übersetzung und Erläuterungen fehlen, unübersichtlich, entspricht also nicht dem gemeinverständlichen Charakter des J. L. Judaisieren — ist zu eng im Sinne der Glaubensinhalte behandelt, während die mehr folkloristische Seite ebenfalls darzustellen war. Wenn biblische Personennamen in allen Völkern besonders volkstümlich wurden; wenn biblische Ortsnamen auch außerhalb der angelsächsischen Länder häufig sind (Betel und Betiehem, Jericho und Jerusalem, Ölberg und Salem u. v. a.); wenn z. B. die Mormonen zahllose biblische Anknüpfungen kennen — die judaisierenden Sekten sind hier nicht einmal erwähnt , so sind das alles Details, die sogar in einen streng theologischen Art. über dieses für ein J. L. ausnehmend interessante Stichwort hineingehören. Kalender — im Herbst 1929, als der 3. Bd. des J. L. erschien, war das Thema ״Kalenderreform“ bereits lange genug diskutiert worden, um vom jüd. Standpunkt, namentlich hinsichtlich der Sabbatfrage, beleuchtet zu werden. — Es fehlt eine kalendarische Übersicht des jüd. Jahres sowie Kalender als Literaturgattung. Kaspi, Josef — erscheint im J. L. zweimal(!), zunächst unzureichend mit 6 Zeilen unter Caspi (mit abwegiger Namenserklärung) und dann unter Kaspi mit einer halben Spalte, wo dieser immerhin interessante Mann gut gewürdigt wird. Kaukasus — die Zahl der Juden wird für 1929 mit ״etwas über 40 000“ angegeben. Allein die dann folgenden Zahlen der eingeborenen (georgischen und Bergjuden) ergeben aber zusammen schon rund 45 000, so daß wenig Raum bleibt für die erwähnte 3. Gruppe (Einwanderer aus dem europ. Rußland), die dann auch unter den'Redaktionstisch fällt. Im Art. Statistik wird die Zahl der kaukas. Juden für 1930 auf 63 000 geschätzt. Kittel, Rudolf — hier fehlt das auf seine Veranlassung 1908 errichtete ״Lektorat für spätjüd. Wissenschaft beim alttestamentl. Seminar der Universität Leipzig“ und das seine bibelwissenschaftlichen Grundanschauungen populär zusammenfassende Werk voller persönlicher Bekenntnisse ,,Gestalten und Gedanken in Israel“ (Gesch. eines Volkes in Charakterbildern), 1925. Kle Kodesch — als scherzhafte Bezeichnung der Kultusbeamten nicht erwähnt. Kol Nidre — der talmudische Ausgangspunkt Ned. 23b ist nicht erwähnt! Wörtliche Übersetzung und genaue Auslegung dieses vielbekämpf־ ten Gebets zu bieten, war unumgänglich (vgl. das unten zu Talmud Bemerkte). Theodor Reiks psychoanalytischer Aufsatz (1919) fehlt. Lenel, Otto — ist nach dem J. L. 1928 gestorben, was den großen Romanisten aber tatsächlich nicht hinderte, 1929 seinen 80. Geburtstag zu feiern und noch heute in Freiburg zu leben. Lilit— mit 4 Zeilen viel zu dürftig. Kein Wort, daß sie nach der Sage Adams erste Frau war, Stammutter Ogs und anderer Riesen, beliebte Amulettfigur.

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