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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 238

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Die Anfänge der israelitischen Gemeinde zu Kiel
Date
1932-01-01
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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238 Ä. Posner V. Die finanzielle Lage der Gemeinde. Schon bei den Verhandlungen und Vorbereitungen; für den Synagogenbau zeigte es sich mehrfach, daß die Gemeindemitglieder in mittelmäßigen, z. T. sogar dürftigen Verhältnissen lebten. Die Protokolle lassen erkennen, daß man sehr acht gab, jedes Mitglied: zur Steuer heranzuziehen und diese sogar wöchentlich einkassieren ließ.. Steuerreklamationen und Berichte über persönliche Ver-־ handlungen bilden oft den Inhalt der Sitzungen. Auch die Syria-־ gogen plätze bildeten eine Einnahmequelle.. Oft mußten die Vor- Standsmitglieder die Steuern vorschießen, damit notwendige Aus-! gaben gedeckt würden. Daher versteht man den Beschluß vom; 12. 8. 1872: ,,Die Gebr. Lux behaupten, keine Juden zu sein •! daher sollen ihnen die Abgaben erlassen, ihnen jedoch der Zutritt zur Synagoge verwehrt werden.“ 1873 muß sich die Lage, sehr zugespitzt, haben. Denn die,: Gemeinde sieht sich gezwungen, ein ,,Gesuch um Gewährung; eines zinsfreien Darlehens“ beim Magistrat einzureichen. Sie könnte ein altes Darlehen nicht mehr zurückzahlen, die Ausgaben für das Gehalt seien sehr gestiegen,, eine Erhöhung der Steuern sei unmöglich. Aber mit der Vergrößerung der Stadt, für die die besten, Aussichten bestünden, würde auch die Gemeinde wachsen. Magistrat . und Regierung lehnen ab. Mündliche Verhandlungen führen 1874 dazu, daß der' Magistrat den Städtischen Kollegien die Sache empfehlen will. Diese sind schon bereit, ein zinsfreies Darlehen von 500 M. für fünf Jahre zu gewähren, ziehen aber ihre Bereit- Willigkeit zurück, da die Regierung ablehnt.. So wird die Gemeinde darauf verwiesen,, ״von auswärtigen Glaubensgenossen Geld zu־'. bekommen“. . , .;;; ־ 1 י:.vDie Rechnungsführung war oft Anlaß; zu Beschwerden;.;Einmal/ heißt es sogar•yDie־ :jetzige :Verwaltung der israelitischen Gemeinde führt dahin,, daß: die Gemeinde■ bald den Concurs eröffnen muß“;, i Sorge und■: Schwierigkeiten־ machte ■das :voii Rechtsanwalt Paulsen:; gewährte! Darlehen. ■Daher■ist.;.esnicht, verwunderlich, daß die Stöuerm!־mit!:aller!;Gewalt:eingctrieben?Werden,: män :auch nicht/■, vor Pfändungen!ztirüCkschreckt,; die! durch die; Stadt vbrgenonimen werden,;;־. Sq;ist ׳:■es! auch;erklärlich•;;daß־ gefordert wird.: 'wer; sichv.׳ als Gemeindemitglied außerhalb Kiels verheiratet^; müß: dennoch;:: die Gebühren für.,.den.; derzeitigen . Kpltnsbeamten : und ’ Küster

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