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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 233

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Die Anfänge der israelitischen Gemeinde zu Kiel
Date
1932-01-01
Page
Seite 233 (sequence 5)
Language
German
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Die Anfänge der israelitischen Gemeinde zu Kiel (1863—1872) 233 Armenfreunde gehört, für die Errichtung einer Synagoge. Diese Gesellschaft benötigt aber das Hans für Armenalnmnen, und der Magistrat weiß auch kein anderes geeignetes Grundstück in Vorschlag zu bringen. Die Gemeinde zählte damals 120 Seelen, von denen 29 regelmäßige Beiträge zahlen; die Mittel für den Bau einer Synagoge können nur durch-eine Sammlung aufgebracht werden, für die sich die Kieler Juden an wohlhabende Glaubens־ brüäer in größeren Gemeinden wenden wollen. Diese Sammlung, gegen die für Altona die Regierung nichts einwendet, muß in anderen Städten jeweils die Erlaubnis der einzelnen Behörden zu erlangen suchen. Ein Aufruf des Gemeinde Vorstandes und der Kommissionsmitglieder, dem eine Empfehlung des Oberrabbiner Ettlinger beigegeben ist und auch eine amtliche Bestätigung des Kieler Magistrats, wirbt für die Mittel, da die Arbeit bald begönnen werden soll. Ein Platz dafür ist inzwischen zu Anfang des Jahres 1869 in der Haßstraße erworben worden. Im Juni wird der Grundstein gelegt. Zu dem feierlichen Akte erscheint auch eine Vertretung des Kieler Magistrats. Dagegen lehnt der Magistrat das Gesuch des Vorstandes um Unterstützung ab. Der Vorstand beruft sich darauf, daß die Stadt einen Bauplatz in den Damperhofländereien habe schenken wollen, daß aber die Gemeinde dieses habe ablehnen müssen. Nun bäte sie um eine andere Art Förderung ihres Unternehmens, zumal sämtliche Gemeindemitglieder in bedrängten ökonomischen Verhältnissen leben und eine höhere Besteuerung unmöglich sei. Daher scheut sich der Magistrat auch nicht, der Regierung, die sich wegen der Sammlung erkundigt, zu schreiben, daß die Gemeinde mit dem Bau der Synagoge ein Werk unternommen habe, das die Kräfte der Gemeinde übersteigt. Die Verdächtigungen, die gegen die Unternehmer der Sammlung ausgestreut werden, können nach Meinung der Regierung kein Unterschleif genannt werden, sondern nur eine ,,mangelnde Accuratesse“. Die Sammler hatten sich — berechtigterweise — die Spesen abgezogen, aber es war aus ihren Listen nicht genau zu ersehen, wie hoch die gespendeten Beiträge — vor Abzug der persönlichen Unkosten — waren. Indes schritt die Arbeit rüstig fort. Vor Endes des Jahres 1869 sollte noch die Einweihung erfolgen. Dem Magistrat wurde ein Programm zur Einweihung übermittelt, in welchem angefragt

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