Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Anfänge der israelitischen Gemeinde zu Kiel
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 4)
- Language
- German
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232 A. Posner ernannt zu sehen, der 50 M. jährlich, Diäten, Reisekosten und Gebühr für jede Amtshandlung erhalten soll. Am 4, 10. 1867 wird das Regulativ für die Kieler israelitische Gemeinde genehmigt. Dieser Tag ist somit der offizielle Geburtstag der israelitischen Gemeinde zu Kiel. Es wirft ein eigenartiges Licht auf die Gemeinde, daß. sie ihr Regulativ schließlich zwangsweise von der Aufsichtsbehörde erhielt und nicht von sich aus die Gemeindebildung zu Ende führen konnte. Andererseits ist es aber diesen Menschen einfacher Bildung nachzurühmen, daß sie die Gemeindebildung erstrebten und manche Kosten um dieser willen nicht scheuten. Das zeigt auch der Umstand, daß dem Lehrer Levy die Führung der Protokolle und des Zivilstandsregisters für die jüdischen Glaubensgenossen in Kiel übertragen wird. Die Regierung wünscht zwar, daß die Protokolle über Geborene, Gestorbene, Verehehchte ■ von den Gemeindevorstehern geführt werden. Aber der Magistrat muß darauf hin weisen, ,,daß soweit uns die Persönlichkeiten der hiesigen jüdischen Gemeindeangehörigen bekannt sind, kein einziger imstande sein werde außer dem gegenwärtigen Lehrer und Schächter die fraglichen Protokolle notdürftig zu führen" (gemeint ist B. B. Levy, dessen kalligraphisch schöne und ordentliche Eintragungen noch heute zu bewundern sind). Daher wird dem Lehrer B. B. Levy dieses Amt vom Oberpräsidium 1867 übertragen, ,,jedoch unter Controlle und Verantwortlichkeit des dortigen israelitischen Vorstandes". II. Der Bau der Synagoge. Die Israeliten Kiels hatten für ihre religiösen Einrichtungen nur ein gemietetes Lokal. Als ihnen dieses 1868 gekündigt wurde, wählten sie eine Kommission, bestehend aus dem Handelsmann Wolff Hirsch, dem Schächter B. B. Levy und dem Kaufmann I. S. Levy, die sich um den Bau einer Synagoge, einer Schullokalität und eines Frauenbades bemühen sollten. Dies um so mehr, als bei dem herrschenden Wohnungsmangel die Ermietung eines neuen Lokals sehr schwer sein würde. Diese Kommission wendet sich am 16. 3. 1868 an den Magistrat und bittet ihn unter Darlegung der Gemeindefinanzen um kaufweise Überlassung des Grundstückes Faulstraße 44, welches der Gesellschaft freiwilliger