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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
Date
1932-01-01
Page
Seite 228 (sequence 12)
Language
German
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22.8 Joseph Caro sehwendet viel Scharfsinn und Wissen, um zu zeigen, aus welcher Familie Sidonia stammt (Vorrede S. XVI ff. zu seiner Ausgabe von Disraelis Schrift What is He?); vergebliche Mühe. Nach Maurois ist Sidonia “un Juif d ,origine espagnole, de fortune royale qui est un melange de Disraeli et de Rothschild ou, plus exactement, qui est ce que Disraeli aurait voulu etre ou ce qu,il aurait voulu* que füt Rothschild“ (S. 163). Ähnlich Cazamian: “Un personnage mysterieux, Tisraelite Sidonia . . .; cette incarnation de la haute finance moderne a le genie d' un Disraeli uni ä la richesse d,un Rothschild. Sous des traits trop habile ment älteres pour ne pas rester reconnaissables, Sidonia represente Tauteur lui-meme, et son röle officieux aupresdes chefs du To ryisme nouveau“ (S. 331 f.). Sidonia ist ein Jude, wie er nie wirklich bestanden hat. So wenig wie Shakespeare für Shylock, hatte Disraeli für Sidonia ein leibhaftes Vorbild. Dieser ist eine ideale Romanfigur, wie sie uns aus den deutschen Romanfiguren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vertraut ist. Natürlich ist nicht in Abrede zu stellen, daß in manchen Worten' Sidonias Disraelis eigene Ansichten sich widerspiegeln, daß Disraeli mit der Zeichnung einen bestimmten Zweck verfolgte, Sidonia sollte eine Bekräftigung bestimmter auf die Juden bezüglicher Thesen seines Schöpfers sein. Als Zionist ist er nicht dargestellt. Müssen wir Disraeli als spezifischen Vertreter des Judentums ablehnen, so können wir als Juden ihm unsere Hochachtung nicht versagen, aus dem einfachen Grunde, weil er auf seine jüdische Abstammung stolz war und sich der Juden annahm, wo immer es nötig war, und wir können ihn als Menschen bewundern, weil er, zeigt er auch, namentlich in seinen Jünglingsjahren, allzu menschliehe Schwächen, kraft seines unbeugsamen Willens in zäher Arbeit das hohe Ziel erreichte, das er sich schon früh gesetzt hatte. Irr Vivian Grey lesen wir: “A man’s fate is his own temper, and according to that will be his opinion as to the particular manner in which the course of events is regulated. A consistent man believes in destiny, a capricious man in chance“ (S. 368, Worte des Ministers Beckendorff, an Vivian); in Alroy sagt der Held: “It is the will that is the father of the deed, and he who broods over some long idea, however wild, will find his dream was but the prophecy of coming fate“ (S. 10); und wie in diesen Jugend-

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