Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
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Benjamin Disraeli,. Juden und Judentum 227' er-,!auf ., seine .Abstammung von dieser ältesten: Aristokratie der Menschheit stolz sei und. bereit sei, den verfolgten Juden in den anderen Ländern* politische Hilfe zu leisten; aber der Weg seines Lebens und seiner Tätigkeit lag außerhalb der Bestrebungen und Hoffnungen des lebendigen Judentums (Die Neueste Geschichte• des Jüdischen Volkes II, 290). Wenn Waelder (S. 112) ein Wort Treitschkes umkehrt und Disraeli, von einigen Äußerlichkeiten abgesehen, für einen richtigen Juden hält, so stimme ich wiederum dem Historiker bei, der sich dahin äußerte, daß das jüdische Moment in Disraeli nicht überschätzt werden dürfe, daß er, von einigen Äußerlichkeiten abgesehen, ein richtiger Engländer gewesen sei (Preußische Jahrbücher 193,. 132). Dubnow und Treitschke ziehen eben den Politiker Disraeli in Betracht, gehen von ihm aus und gelangen daher zum richtigen Schluß. Dann tritt das jüdische Element ganz in den Hintergrund, und nur der Engländer kommt zum Vorschein. Das mußte so sein, entsprach dem natürliehen Lauf der Dinge. Man wird entgegenhalten, der Volljude, der gesetzestreue• Sidonia, der alle Herrscher in seiner Gewalt hat, er ist ein Zionist oder Nationaljude oder kann wenigstens als solcher gelten. Aber dieser Jude mit dem schönen volltönenden Namen — auch ein christlicher spanischer Grande im Trauerspiel Alarcos heißt so, wie übrigens in Sybil dieser Namen unter anderen spanischen Namen wieTnfantado, Ossuna (S. 126) erscheint —ist kein Mensch von Fleisch und Blut, sondern ein Geschöpf der Phantasie. Selbst' dem oberflächlichen Leser der Romane Goningsby und Tancred,־^ im. denen Sidonia eine Lieblingsfigur des Verfassers ist, wird der־ Gedanke an die Rothschilds kommen, und daß Disraeli seinen Freundem, in deren Familien er verkehrte und die durch Verschwägerung mit den Montefiores zu den Sephardim in engen Be-: Ziehungen standen, ein Denkmal setzen wollte, ist erklärlich und gar: nicht wunderlich. Weiter können wir nicht gehen. Ob die Gestalt eigene Züge des Gestalters zeigt, wie sogar: der bedächtige Monypenny meint: “There: is in him, 01 course, much of Disraeli*' himself ‘. (II,; 222), bleibe dahingestellt. ’ . Bewiesen ist es nichtJ ״ Sidoniabemerkt: Sichel (S. 122), “Stands for sevefal types in adddtion to Disraelhs own/; Er denkt an Robert Owen, Ferdinand:- Lässalle,: Napoleon: III., :Karl (Marx; ürquharL r-? Hitchman yemi.) ־15