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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1932-01-01
Page
Seite 209 (sequence 4)
Language
German
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Beitr. z. Erklär, d. Esra-Apokalypse u. z. Rekonstr. ihres hebr. Urtextes 209 Wenn aber Hillel Ende des ersten Jahrhunderts vor Chr. die Esra-Vision kennt und benützt, so wird dadurch die — auch aus anderen Gründen anfechtbare — Hypothese erschüttert, wonach die Trauer um Zion und um die Zerstörung des Heiligtums auf die Ereignisse von 69 nach Chr. Bezug nehmen. Es fällt damit auch F. Rosenthals Vermutung (,,Vier apokrypliische Bücher“, 1885), daß das Buch aus der Zeit R. Akibas wäre. 2. Ein deutlicher Hinweis aus tannaitischer Zeit auf ,,alte Worte“, die wir im. Gedankengange einer der Visionen Esras finden, ist im Midrasch rabba enthalten. Ein römischer Offizier stellte an einen jüdischen Gelehrten (nach einer Lesart im Jalkut: Rabban Gamliel; diese Lesart ist durch eine ähnliche Frage des הגמון in Sifre zu Deut § 351 gestützt) die Frage: wer wird die Herrschaft nach uns erlangen? Der Gefragte nahm ein leeres Blatt und eine Feder und schrieb den Satz Gen 2526nieder: ,,Danach kam sein Bruder heraus und seine Hand hielt die Ferse Esaus“. Darauf sagte man: ,,Sehet, alte Worte, gesprochen von einem gelehrten Zeitgenossen!“1 Nun ist dieser biblische Satz an sich, wenn er nicht von einer plausiblen Auslegung begleitet ist, doch keine Antwort auf die Frage des Römers, der gar nicht wissen konnte, daß Rom Esau sei. Es konnte auch ein mit Römern verkehrender Jude nicht so weltfremd und ein solcher Phantast sein, um einem Kriegsobersten der herrschenden Weltmacht das ganz ohnmächtige Israel als Erbe dieser Macht anzukiindigen. Wollte er aber doch eine dahinzielende Weissagung aus der heiligen Schrift zitieren, so standen ihm, nebst den Propheten, auch aus der Thora Sätze wie Nun! 2418 zur Verfügung, und schließlich konnte er selbst einem mit Ehrfurcht den Anschauungen des Judentums nachforschenden Römer doch nur einen verständ i g e n und faßbaren Gedanken mitteilen. Die Anerkennung, die sich daran schließt, kann sicher nicht mit der Bezeichnung דברים ישנים (in der nichts von Ehrfurcht enthalten ist) das biblische Zitat, sondern die daran geknüpften und neu beleuchteten Gedanken aus einer anderen alten bekannten Quelle meinen. Nun lesen wir IV Esra 67f.: ,,Ich hub an und sprach: Wie wird die 1 Gen. r. 63 : מי תופס המלכות אחריגו? חביא נייר חלק יבטל• קולמוס .וכתב עליו ואחרי 4כן יצא אחיו וידו אוחזת בעקב עשו« אמרו, ראו ד ב ר י ם י ש ב י מ מפי זקן חדש Monatsschrift, 76. Jahrgang H

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