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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1932-01-01
Page
Seite 208 (sequence 3)
Language
German
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208 A. Kaminkä Licht setzt1 2 3. Der griechische Übersetzer hat היה« mißverstanden, indem er statt 7zapm elpc ,,ich bin anwesend“ rb 7zapov ,,das Gegenwärtige“ geschrieben, und ebenso statt ekebaopat ,,ich werde kommen“ vielleicht zb piXXov ,,das zu kommen Bestimmte“ gesetzt hat. Der Lateiner folgte ihm und so ist (statt praesens ero) quae sunt praesentia und (statt veniam ad eos qui venturi sunt) futura futuris entstanden (הבאים wie Koh 216 als futura aufgefaßt; auch Jes 276 wird das Wort vielfach so erklärt). Selbstverständlich wurde dann auch aus ־לזיו לי:, die sich mir zuwenden — praesentibus. Erkennt man nun den richtigen Sinn des Satzes, so kann man nicht daran zweifeln, daß er die Quelle für das Wort Hi 11 eis ist; Tos. Sukka IV, 3 אם תבוא לביתי אבוא לביתך♦.. שד בכל המקום 2אשד אזכיר את שמי אבוא אליך (Gott spricht:) ,,Wenn du in mein Haus kommst, werde ich in dein Haus kommen, wie Ex 2024 gesagt ist: wo ich meinen Namen anrufen lasse, komme ich zu dir und segne dich“. Die Verwandtschaft der beiden Aussprüche ist klar, daß aber Hillel dabei der Entlehner und Esra die Quelle ist, muß aus zwei Gründen angenommen werden: 1. daß Hillel ohne einleitendes Wort in der ersten Person für Gott spricht; das wird verständlich, wenn das Wort aus einem Orakel stammt, worin Gott in direkter Rede zum Menschen redet (es muß dabei nicht genau zitiert werden); die dunkle Sentenz Hillels erhält auch durch die Philosophie der Esra-Vision ihre volle Beleuchtung. 2. Daß einige Sätze weiter (V. 48—49) noch dazu ein anderer Gedanke vorkommt, der dort in den logischen; Zusammenhang gehört und ebenfalls von Hillel offenbar nur in epigrammatischer Kürze zitiert wird: ,,Aber dadurch bist du bei Gott besonders geehrt, weil du dich erniedrigt hast“ (in hoc mirabilis eris cor am Altissimo, quoniam humüiasti te) — das ist ja Hillels 5השפלתי היא הגבהתי. Bei ihm sind beide Worte isoliert und eines Kommentars bedürftig, in der Esra-Vision sind sie nebeneinander und ergeben sich aus dem Kontext. 1 Derselbe Gedanke ist von Maimonides im More für seine Theodicee philosophisch verwendet worden. — Über den Sinn von ״ehje“ vgl. jetzt auch M. Buber, Königtum Gottes I, 1932, S. 84. 2 Ed. Zuckerm. 198 Z; 13; auch in b. Sukka 53a. 3 Ex. r. XLV, 5; Lev. r. I, 5 (vergl. Matth 2312, Luc 1814: Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden).

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