Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 3 · p. Seite 204

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 3
Article
Zur Jahrhundertfeier der "Gottesdienstlichen Vorträge" von Zunz [Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 204 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829987-2837500--51174-2837545
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

204 Bernhard Heller 32 Regeln, meint Albeck im Gegensatz zu Theodor, dürfte dem. Verfasser.des Gen. R. unbekannt geblieben sein. In diesem Zusammenhang kann als wesentlichster der Abschnitt über die Be- Ziehung des Gen. R. zum pal. Talmud gelten (S. 66:—84). Zunz hat festgestellt, daß Gen. R. zahlreiche Auszüge aus dem pal. Talmud enthält; die zweite Auflage der Gottesdienstlichen Vorträge, S. 185 f, fügt hinzu, daß diese Auszüge ,,bisweilen eine jüngere Hand verraten". Diese Hinzufügung wird durch Albeck eingehend bestätigt. Albeck weist die mannigfachen Beziehungen nach, urteilt die Priorität dem pal. Talmud zu, stellt fest, daß Gen. R. sehr oft aus einem pal. Talmud schöpft, der im 'Grunde dem unseren gleich, an vielen Stellen doch von ihm verschieden ist und der sich auch auf Chullin erstreckte. Albecks Aufstellungen, welche Mechilta, Sifra und Sifre (mit. Vorbehalt auch Tossifta) aus der Reihe der Quellen des Gen. R. streichen, werden gewiß mehrfach nachgeprüft werden. Doch darf dabei nicht außer Acht bleiben, daß der Midrasch nicht philologisch bearbeitet wurde, daß der Stoff, vielleicht selbst der bereits niedergeschriebene, nicht für erstarrt galt, sondern sich Umgestaltungen gefallen ließ. — Nicht zahlreich werden Be- Ziehungen von Gen. R. zu Philo, dürftig zu Josephus nachgewiesen, trotzdem auch dieser in Theodor Albecks Kommentar recht häufig verwertet ist. III. Titel, Redaktion, Zeit, Ort, Als Titel begegnet :בראשית רבה, בראשית דר׳ אושעיא, בראשית רבד. דר׳ אושעיה, ברייתא דבראשיתרבא. Nach R. Hoschaja wird Gen. R. benannt, weil das Werk mit seinem Namen beginnt. Doch Rabba kann Gen. R. nicht nach Hoschaja Rabba heißen, da die Londoner Musterhandschrift mit ר׳ אושעייא פתח anfängt, ohne רבה. Als Begründung des Titels Rabba wird angeführt, daß der Midrasch Gen. R. umfangreicher ist als die biblische Genesis oder daß es auch einen Midrasch gegeben haben kann, der kürzer war als Gen. R. — Zunz setzt die Abfassung für das VI. Jahrhundert an, Albeck für das V., weil Gen. R. noch die halachischen Midraschim nicht kannte. Gen. R. umfaßt 100, nach anderer Zählung 101 Abschnitte. Von diesen stimmen 1—94 in den Handschriften und in den Drucken im großen und ganzen überein; für 95, 96 wurde nicht der eigentliche Gen. R. abgeschrieben und gedruckt, nicht der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.