Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Jahrhundertfeier der "Gottesdienstlichen Vorträge" von Zunz [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Jahrhundertfeier der ,,Gottesdienstlichen Vorträge“ von Zunz 2Q3 Für Gen. R. besonders bezeichnend ist das אתמהא, welches das auffällige hervorheben soll, zuweilen einem ,,nicht — wahr?“, meistens aber einem Fragezeichen gleichkommt. Es ist den 15 ersten Kapiteln überaus geläufig: S. 22, 12 kehrt es in einem kurzen Satz dreimal wieder, S. 36 kommt es in 9 Zeilen achtmal vor. Später wird es spärlich angewendet. Albeck findet S. 1101, 1114, 1131 Veranlassung, auf אתמהא zurückzukehren. Er sieht darin eine Eigenart seiner Londoner Handschrift, teilweise auch der Stuttgarter. Es müßte doch hervorgehoben werden, daß im Cod. Vaticanus in den letzten Kapiteln die Vorliebe für אתמהא neu auflodert. Die Mehrzahl אתמהן ist in Cod. London, 164, 3 und 1114, 3 bezeugt, im Cod. Vat. 1235, 17 und S. 1253 in der Variante. Zum Abschnitt über den Aufbau sollte auch Kap. VI (89—93) gehören, da dort die Grundsätze der Auslegung, die immer wiederkehrenden Deutungen zusammengesteilt sind, z. B. אלה, ואלה, אחר הדברים oder daß לחם und מים die Thora bedeute. II. Quellen. Ein überreicher Abschnitt über die Beziehungen des Gen. R. zum Targum, zu Mischna, Tossifta, zu tannaitischen Midraschim, zum pal. und bab. Talmud, zur Baraita der 32 Regeln, zu Philo und Josephus. Gen. R. stimmt sehr oft mit dem sogenannten Onkelos überein, doch kannte der Verfasser des Gen. R. nicht unseren Onkelos, sondern eine (mündliche oder schriftliche) Überlieferung. Ebensowenig kannte er unseren Pseudo-Jonathan oder unser Fragmenten-Targum, obzwar er zahlreiche ihrer Eiemente aufweist, — Die Mischna lag ihm vor, doch die Londoner Handschrift weist oft abweichende Lesearten auf. Die Aggada zum Beispiel, daß nicht nur Abels Blut, sondern auch das Blut der Nachkommen, die er hätte haben können, zu Gott aufschreie, führt Gen. R. nicht nach Mischna Sanhedrin IV 5 an, sondefn im Namen des Amoräers R. Judan, wie denn oft die tannaitische Aggada im Namen von Amoräern angeführt wird, häufig nach dem Wortlaut des pal. Talmuds. Selbst die Benutzung der Tossifta erkennt Albeck nicht vorbehaltlos an: Oft wird die Tossifta vernachlässigt, wo es nahe läge, sie anzuführen. Der tannaitische Midrasch: Mechilta, Sifra, Sifre lag in seiner heutigen Fassung dem Gen. R. nicht vor. Albeck begründet eingehend seine Anschauung, daß unsere Mechiltah, Sifra, Sifre auch dem Talmud nicht, weder dem bab. noch dem pal. Vorlagen. Die Baraita der