Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Jahrhundertfeier der "Gottesdienstlichen Vorträge" von Zunz [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur Jahrhundertfeier der ,,Gottesdienstlichen Vorträge“ von Zunz 201 II. Der Aufruf, mit dem J. Theodor im Januar 1903 sein groß־־ artiges Unternehmen einer Neuherausgabe des Bereschit Rabba ankündigte, klang in der Zusage aus: ,,Eine umfangreiche Einleitung mit verschiedenen Indices wird der letzten Lieferung beigegeben werden/' Albeck hat sich tatkräftig an die Erfüllung auch dieses Versprechens gemacht: Er hat uns die Einleitung bereits bescheert. Den überreichen Inhalt können wir bloß in Umrissen andeuten. Zuerst werden die Midraschim (etwas summarisch) in מדרשי• ד,כאורים schriftdeutende Midraschim und in מדרשי הדרשות homiletische Midraschim eingeteilt, Gen. R. ist natürlich unter die schriftdeutenden eingei'eiht. Dann folgen die Kapitel; 2. Aufbau und Eigenart des Gen. R. 3. Procemien und Abschluß, 4. Kunstausdrücke, termini, 5. Quellen, 6. Grundlage der Deutungen, 7. Namen des Werkes, Verfasser, Zeit und Ort der Entstehung, 8. Einteilung der Abschnitte, 9. Zusätze und Lücken, 10. Handschriften und erste Drucke. Aus dem Inhalt: I. Aufbau. Wiederholungen sind im Gen. R. häufig. So oft derselbe Gedanke (z. B., daß die Ortschaften nach ihrer späteren Bedeutung benannt werden) dieselbe Wendung (z. B. zahlreich wie Staub der Erde), dasselbe Wort (z. B. Lüz) wiederkehrt, allemal wird die sich daran knüpfende Aggada ganz wiederholt.־ Außerdem verzeichnet Albeck (S. 8 ff.) zahlreiche Doubletten, die eigentlich nur einmal an ihrem Platze wären, aber auch anderswo hingeraten und zuweilen entstellt werden; so widerlegt Albeck (S. 8) die christologische Deutung, welche Gen 1932 זרע mit Gen 425 ורע אחר zu der Auslegung verknüpft, daß der Messias aus übermenschlichem Samen entsteht. Bei manchen Wiederholungen schleichen sich Entstellungen ein, so daß es z. B. den Anschein hat, als deutete R. Ismael את לרמות, wo doch dies das hervorstechende Merkmal der Akiba,sehen Schriftauslegung bildet (S. 10). Bei Wiederholungen im Midrasch wird zuweilen Unnötiges gebracht, Nötiges unterdrückt. Die weitaus meisten Abschnitte werden durch ein Prooemion eingeleitet, manche durch mehrere: 2, 3, 4, 5, 6, 7, selbst durch 9 (Gen. R. 53). Bloß 7 Abschnitte entbehren das Prooemion.