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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Zu Mose Cordovero [Nachricht]
Date
1932-01-01
Page
Seite 171 (sequence 4)
Language
German
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Erwiderung 171 nalistischen“ Verfahren (nicht einmal zu rationalistischen Philosophemen) gebracht wirdl Es sollte im Jahre 1932 nicht mehr nötig sein, auf die schon längst von den Religionshistorikern durchschaute Scheinbarkeit dieses für wissenschaftliche Untersuchung ganz unverwendbaren ,,Gegen־ satzes“ von in Wirklichkeit sich durchaus überschneidenden Begriffen hin zu weisen. Gordovero und Meister Eckhart, die ihre Gedanken dialektisch entwickeln konnten, waren also eben dieser Gabe halber keine ,,echten Mystiker!“ Darüber läßt sich nicht fruchtbar diskutieren. Und daß Herr H. weiterhin eben den Irrtum über den Terminus עולם התוהו, den ich beanstandet habe, noch einmal ohne Begründung wiederholt, macht die Diskussion nicht fruchtbarer. Mit diesem Begriff wird ein durchaus legitimer Bezirk innerhalb der kabbalistischen Theologie Lurjas (von dem der Terminus selbst herrührt) bezeichnet, der keineswegs in seiner genauen Bedeutung (nicht etwa in populären Umbiegungen für homiletische Zwecke!) das Chaotische gegenüber dem Geordneten darstellt und in diesem Sinne auch von denen, die Cordoveros System als über diesen Bezirk handelnd bezeichneten, niemals gebraucht wird, sondern vielmehr bedeutet er eine streng gesetzmäßige und in nichts unbestimmt (chaotisch) bleibende Ordnung elementarerer Art, die innerhalb von Lurjas System ihren festen Ort hat, nach ihm aber von einer anderen Ordnung weitaus komplizierterer Art überdeckt und allmählich abgelöst wird. Sakkuto ,,warnt“ vor C.3 Kabbala nicht, weil sie chaotisch sei, sondern weil sie für lurjanische Begriffe einen zu engen Bezirk umschließt.. Daß Gordovero über jenen Bezirk aber die tiefsten mystischen Einsichten besessen habe, war von allen großen Kabbalisten auch der andern Schule anerkannt: daß viele von ihnen (keineswegs alle) dieser Bezirk nicht oder nur wenig interessierte, ist eine ganz andere Sache und führt auf ein geschieh ts-philosophisches Problem, das mit Herrn H.s primitiven Kontrasten (Rationalismus — ,,echte“ Mystik; Gott und Mensch — Mensch und Gott) nicht berührt wird, und das in dieser Polemik dar־ zulegen nicht der Ort ist, nämlich auf die Stellung der späteren Kabbala zur Apokalyptik, deren systematische Verankerung im Herzen der neuen Zentralbegriffe der lurjanis che n Kabbala deren Sieg über die früheren Gestaltungen entscheidend mit herbeigeführt hat. Hiernach mag man auch ermessen, was die von demselben Miß- Verständnis getragenen Darlegungen H.s über Stellen aus dem Werk Emek ha-melech wirklich beweisen. Wozu H. bei dieser Gelegenheit wiederum falsche Begriffe verwendet, ist mir unverständlich. Ich habe nicht be־ hauptet, daß ,,die lurjanis che Kabbala von ihren Anhängern“ als עולם התוהו bezeichnet würde, was barer Unsinn wäre, sondern daß es Spekulationen (und zwar gerade solche von größter Bedeutung für die Theologie der Kabbala) Lurjas gibt, die ohne irgendeine polemische Nuance, wie sie H. irriger Weise darin sucht, über die Struktur dieser Tohu-Welt handeln. Was das mit den von H. angezogenen Vorwürfen eines Kabbalisten (der konkurrierenden Richtung Vitals, die auf diejenige Israel Sarugs, des

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