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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
Date
1932-01-01
Page
Seite 164 (sequence 13)
Language
German
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164 Joseph Caro wurde er kurz darauf durch einen liberaleren ersetzt. Ich verweise auch, um Disraelis Christentum zu erhärten, auf Kap. XVI im ersten Buch, Magros, des Revolutionary Epick, wo von der Entstehung der christlichen Religion die Rede ist. Und ein kleiner, aber bedeutungsvoller Umstand: In späteren Jahren nahm er die Manier an, an den Kopf seiner Briefe statt des einfachen Datums den betreffenden kirchlichen Feiertag zu schreiben, z. B. Maunday Thursday 1868. Aber man sehe dies beileibe nicht als eine Nachahmung unseres jüdischen Gebrauches an. Woher sollte sie ihm auch kommen? Wie sehr er sich als einen Christen fühlte, erkennen wir aus einer Rede im Jahre 1854, in der er zugleich dem jüdischen Volke und der jüdischen Religion gerecht wird und in derer über die Emanzipation spricht: "When I remember for how which we are indebted to that people, of what ineffable blessings they have been the human agents — when I remember that by their history, their poetry, their laws, our lives are instructed, solaced, and regulated —■ when I recall their considerations and memories more solemn and reverential, I confess I cannot as a Christian oppose the Claims of those to whom Christianity is under so great obligations.“ Aus seinem Rechtsgefühl heraus begreifen wir auch seine Verabscheuung des cant, der Heuchelei. "The fact is, there are very few people who are qualified to decide upon matters of taste. A certain set, for certain reasons, resolve to cry up a certain writer, and the great mass soon join in. All is cant. And the present admiration of Homer is not less so“, meint Apollo, der Homer nicht sehr schätzt (Ixion in Heaven S. 277 Hughenden ed.). Politische Ziele mit einem moralischen Mäntelchen zu bekleiden, war nicht seine Sache; einer Vermischung von Politik und Moral war er abhold. Das setzt Buckle schön auseinander (VI, 463 und 545). Hier finden wir vielleicht den Wesensunterschied zwischen Disraeli und Gladstone, welch letzterer so oft mit Pathos die Moral im politischen Akte betonte. Disraeli schrieb Romane, Gladstone gelehrte Abhandlungen über Christentum und Homer. Treffend ein Carton im Punch (14. 5. 1870, No. 66): Disraelis Lothair war im Jahre 1870 erschienen, im gleichen Jahre wie Gladstones Werk über griechische Mythologie. Links steht Gladstone und hält ein Buch in der Hand, den Lothair,

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