Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Benjamin Disraeli, Juden und Judentum 163 the religious principle“ (in einer Rede 1864, Buckle‘ IV, 362) — “Mankind, tried by so rnany sorrows, purified by so much suffering, and wise with such unprecedented expercience (sc. die Französische Revolution), bowed again betöre the Divine truths that Omnipotence in His ineffable wisdom had entrusted to the custody and the promulgation of a chosen people“ (in einer Rede zu Oxford 1864, ebd. IV, 374). Als 1861 Garibaldi in London enthusiastisch empfangen wurde, lehnte Disareli es ab, ihn zu sehen und nahm an keiner Gesellschaft teil, wo der Italiener Gast war. Er war eben für die Aufrechterhaltung des Papsttums. “He regarded“, meint Buckle (III, 328), ,,Garibaldi as essentially the foe of constituted authority in both Church and State“, — sein Verhältnis zu den Armen (Sybil!), seine persönliehe Güte und Freundlichkeit, die gerühmt werden, zeugen sie nicht von einem ־ religiösen Gernüte, ganz abgesehen von den oben angeführten Äußerungen? Ich gehe hierin weiter als Leon Kellner: ,,Ein gewisses Maß von religiösem Bedürfnis scheint er gehabt und innerhalb der englischen Kirche vollkommen befriedigt zu haben, die ihm für einen freien Menschen als die angemessenste, annehmbarste erscheint“ (Die Englische Literatur im Zeitalter der Königin Victoria S. 191). Disraeli war ein treuer Anhänger der nationalen Kirche, der Church of England. In einer Wahlrede (1837) sagte er: “Convinced that the reformed religion as by law established inthiscountryis ,atthe same time, the best guarantee for religious toleration and orthodox purity, I feel it rny duty to uphold the rights of our national Church, that illustrious institution to which we are not less indebted for our civil than for our spiritual liberties.“ Er war ein regelmäßiger Kirchgänger und Kommunikant und beobachtete den Sonntag und die Feiertage. Freilich nicht sklavisch. Einst mußte er sich in Staatsgeschäften von seinem Landsitze Hughenden an einem Sonntag nach London begeben. Sein Pfarrer tadelte ihn darob, es sei ein “breach of that commandment which, though not so rigidly enforced as on that people frorn whom with a natural pride you record your descent, is still not less binding on a Christian“ (Buckle III, 163). Man fühlt das Gehässige heraus. Disraeli führte seinen Geistlichen gehörig ab, und dieser steckte den Rüffel ruhig ein. Übrigens 11*