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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Benjamin Disraeli, Juden und Judentum
Date
1932-01-01
Page
Seite 155 (sequence 4)
Language
German
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Benjamin Disraeli, Juden und Judentum 155 Testamente ausdrücklich, daß der Besitzer des Fideikommisses Hughenden sich stets Disraeli nennen müsse —, der Assimilant par excellence, behandelt ihn als solchen; die Zionisten nehmen ihn für sich in Anspruch. Unsere Aufgabe soll es sein, sine ira et. studio zu untersuchen, wie es sich mit Disraeli verhält. Aus seinen eigenen Worten und denen seiner dichterischen Gestalten werden wir uns ein Urteil bilden können. Allerdings muß man bei den letzteren vorsichtig sein. Denn was der Dichter seiner Person in den Mund legt, braucht noch nicht seine eigene Meinung zu bedeuten, mag nur ihrem Charakter entsprechen. * So: ist es sehr schwierig, im Drama die Person zu erkennen* mit der der Dichter sich identifiziert. Man befindet sich da auf schlüpfrigem Boden, von absoluter Sicherheit ist man weit entfernt.. — Heranzuziehen sind Disraelis Reden, seine Briefe, sein Buch über seinen Freund und Parteigenossen: Lord George Ben t i nck APolit.icalBiograph y (London 1852), viele seiner Romane. Attribute wie “Modern Sphinx“ (Punch 15. 6. 1867) und “The Asian Mystery“, die ihm beigelegt und von seinen Gegnern und denen, die sein Wesen nicht begriffen, während seines ganzen Lebens stets gebraucht wurden, klingen wohl sehr geheimnisvoll, besagen aber im Grunde garnichts und sind eigentlich Verlegenheitsausdrlicke. Benjamin Disraeli wurde Freitag, den 21. 12. 1804 (19. Tebeth 5565) als Sohn Isaak DTsraelis — Benjamin ließ den Apostroph im Namen fallen — und dessen Frau Maria, geb. Bassevi geboren (über die Familie DTsraeli hat Lucien Wolff eine eingehende Studie in den Transactions of the Jewish Historicäl Society of England V 202—218 veröffentlicht) und acht Tage später durch David Lindo in den Bund Abrahams eingeführt. Am 31. 7. 1817, nach dem Tode des Großvaters Benjamin, der 1748 aus Cento bei Ferrara in England eingewandert war, wurden er und seine Geschwister von Sharon Turner getauft. Unser Benjamin war also etwa dreizehn Jahre alt, als er Christ wurde. Er hatte bis dahin eine jüdische Erziehung, oder sagen wir besser, jüdischen Unterricht erhalten. Wie gründlich־ oder wie oberflächlich dieser war, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Anmerkungen zu David Alroy sprechen für das letztere, wenn man ihm auch zubilligen muß, daß er für diesen Stoff viele Quellen

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