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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 147

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Aufklärung bei den Juden
Date
1932-01-01
Page
Seite 147 (sequence 9)
Language
German
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,א-Zur Geschichte der Aufklärung bei den Juden 147 daß nach den neuesten Nachrichten aus Warschau das Theater׳■ stück einen gewissen Hoge (האנא) zum Verfasser habe, ,,welcher ממך oder von Herrn Friedländer rekommandiert war/' Es ist in unserem Zusammenhang gleichgültig, ob Hoge — gemeint ist hier Chaskel (Stanislaw) Hoge1 —■ wirklich von Muhr oder Friedländer empfohlen worden war. Ja, es scheint sogar, daß jener anfangs in Warschau (seit 1817) überhaupt nicht mit Juden verkehrt hatte und nur von und an Nichtjuden empfohlen wurde2. Man erkennt aber aus diesem Brief, daß Empfehlungen der Berliner Aufklärer nach Warschau üblich waren und man in Warschau darauf großes Gewicht legte. Aus dieser Behauptung kann man auch folgern, daß nicht etwa im Falle Tugendhold nur ausnahmsweise die verwandtschaftlichen Beziehungen zu J. Muhr von ausschlaggebender Bedeutung waren. Übrigens wandte sich ja Tugendhold auch direkt an J.acobsohn, ohne die Be- Ziehungen zu Muhr auszunützen und die Warschauer Aufklärer beklagten sich wiederum in Berlin bei Jacobsohn und Friedländer wie bei einer höheren Instanz. Diesen großen Einfluß außerhalb der Grenzen Preußens verdankten die Berliner Reformer wohl den weitgehenden Be- Ziehungen, die die an ihrer Spitze stehenden Persönlichkeiten wie Jacobsohn und Friedländer hatten und der Rolle, die diese spielten. Nur deren Ansehen wird es zuzuschreiben sein/daß die polnischen Aufklärer mit ihnen• zusammen gingen. Die Zeit, in der diese Klagen und Bitten nach Berlin gelangten, war nun sehr wenig günstig, um Jacobsohn und Muhr für die Ereignisse in Warschau zu interessieren. Gerade damals wurde die reformierte Synagoge in Berlin geschlossen und ihr Gottesdienst verböten3. Man war also in Berlin zu sehr mit eigenen Sorgen belastet, um sich in die Streitigkeiten in Warschau hineinmengen zu können. Außerdem nahm ihnen. das Verbot der Regierung in Preußen den Mut, noch weitere Schritte zu unter- 1 Später Missionar in England. Über Hoge vgl. Frenk: Mesumodim I, 38 ff. Vgl. auch. Jewish Encycloped. VI, 436. 2 Frenk a. a. O. S. 62 ff. 3 Vgl. L. Geiger: Geschichte der Juden in Berlin, Berlin 1881, I, 'S. 168, II, S. 232. ׳10

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