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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Aufklärung bei den Juden
Date
1932-01-01
Page
Seite 146 (sequence 8)
Language
German
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146 B. Wehiryb Epstein in sehr gehässigem Tön und beschuldigt ilm, daß er das Einkommen aus der Kbscherfleischsteuer zu eigenen Gunsten verwende1. Man kann vermuten, daß in dieser Gehässigkeit gegen Epstein auch private Beweggründe mitsprachen und Tugendhold hier versuchte,, einen Zwist mit seinem ehemaligen Brotgeber jetzt auf gesellschaftlichem Boden auszutragen. So hätte Tugendhold eine einflußreiche Persönlichkeit der jüdischen Gemeinde gegen sich gehabt. Ende 1822 rief die Nachricht von einem Schauspiel in polnischer Sprache,. das gegen die Juden gerichtet sein sollte, in Warschau großes Aufsehen hervor. Dief Autorschaft wurde Tugendhold zugeschrieben und dies nutzten seine Gegner aus, um einen Sturm gegen ihn zu entfesseln; Man ging so weit, daß Tugendhold schon glaubte, er müsse aus Warschau fliehen2.; Und hier erfahren wir wieder von den Beziehungen zwischen Warschau und Berlin. Aus Warschau beklagte man־ sich in Berlin bei Israel Jacobsohn und anderen dortigen Auf-; klären! über die Tätigkeit Tugendholds3. Tugendhold selbst war es andererseits darum zu tun, sich in Berlin rein zu waschen;; und von dort wieder Empfehlungen nach Warschau zu bekommenv um seine Position zu stärken. Erhalten sind einige Briefe seines Vaters Jesaja4 und eine handschriftliche Antwort J. Muhrs5' und Jacobsohns6. Man kann daraus ersehen, welchen Wert mai! den Berlinern in Warschau beimaß. Daß der Fall Tugendhold in Hinsicht auf die Beziehungen Warschau-Berlin nicht vereinzelt dastand, ersieht man aus einem der Briefe Jesaja Tugendholds an Muhr. Dort wird mitgeteilt, 1 Tirge-ndhöld-Akten. •׳ - 2 Vgl. J. Tugendhold: Diwre Jesaja, hrsg. Gräber, Krakau 1896, S. 65. '3 :Vgl. Tugendhold : Diwre Jes.'S. 78. Vgl.''■auch J. Meis-1: Haskälah, Berlin 1919, 'S. 65־. : : : V ' V. •'4 ׳ Abge’dr. in •E)iwre Jesaja, S.'58 f., 77:f., 78'f. ־ i 5 ־ Joseph Muhr war ein Neffe Jesaja Tugendholds.‘ Dieser und die Mutter' Muhrs waren die Kinder von Jakob Jeres'law in Breslau. (Vgl. A. Ileppner: Jüdische Persönlichkeiten in und aus Breslau, 1931, 23.) Über J. Muhr vgl. M. Braun: Abraham Muhr (Neuauflage. Abdruck aus den! Jüdischen Volks- und Haus-Kalender 1891), S;• 11 ff; 6 Tugendholds hs. Nachlaß. Der Verwaltung deüBibliothek der Synagogengemeinde Tlomackie in Warschau sei hiermit für die Erlaubnis zur Benutzung dieser Materialien bestens gedankt.'!

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