Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
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Beitr. z. Erklär, d. Esra-Apokalypse 11. z. Rekonstr. ihres hebr. Urtextes 125 der Quellen vorzunehmen, sondern zunächst in den mit Hilfe der neuen Kriterien als unzweifelhaft althebräisch erkannten Teilen des Buches an zahlreichen Stellen die durch offenbares Mißverstehen des Urtextes entstandenen Fehler richtig zu stellen und durch rabbinische Parallelen über den Sinn mancher Aussprüche, Bilder und eschatologischer Vorstellungen Licht zu verbreiten. II. Erklärung dunkler Stellen durch eine lehlerhafte Auffassung des Hebräischen. Bemerkung zur lateinischen Überlieferung. Ich benütze die kritische Textausgabe von Bensly- James, Cambridge 1895, die hauptsächlich auf den Hss. S (Sangermanensis), A (Ambianensis), C (Complutensis) und M (Mazarinaeus) beruht; ferner die Ausgabe von Violet, Berlin 1910, der die Hss. in zwei Gruppen teilt, cp eine französische und 6 eine spanische, von cp läßt er (Bd. II, 1924, S. XXII, in dem nach D. de Bruyne’s Mitteilungen in Revue Benedictine 1920 modifizierten Schema) /,und G, von / die Hss. S und A abstammen. Daß der Vulgata-Text auf S zurückgehe, wird auf Grund der bekannten Lücke in Kap. 1 allgemein als sicher angenommen, es wird daher — wie ich glaube, mit Unrecht — deren Überlieferung vernachlässigt. Es scheint mir, daß das Verhältnis der Vulg. zu S noch einer eingehenden Untersuchung bedarf. Wie soll man sich z. B. erklären 434 excessus (das ich, wie weiter unten ausgeführt, für richtiger halte) gegenüber excelsus in SA* C? oder Vulg. 844 ,,sic perit et similiter homo“ (vgl. unsere Rekonstruktion weiter unten), wenn S und auch AC das unrichtige ,,hic pater et filius“ haben? — Inzwischen habe ich in der Wiener National- (ehern. Hofj) Bibliothek eine weitere von der Textkritik noch nicht benützte Handschrift aus dem 14. Jahrhundert entdeckt und herangezogen. Es ist God. lat. 362 (s. Tabulae codicum manuscriptorum ed. Acad. Gaes. Vindob. 1864, Bd. I, S. 54—55), keine Bibel, sondern eine Sammlung von 39 diversen Literaturwerken, Pergament, 239 Blätter in fol., schöne gedrängte Schrift mit Abkürzungen; Esra IV ist auf fol. 18b—25b enthalten. Der Cod. stammt vom Cistertieneer-Stift in Lilienfeld, Nieder-Österreich (der Orden stammt aus Citeaux bei Dijon in Frankreich; es gehörten ihm aber auch Spanier an, so daß auf die Überlieferung des Textes daraus keine Schlußfolgerung gezogen werden kann). Die Einteilung weicht von der Vulg. dadurch ab, daß während diese die unechten Kapitel 1—2 und 15—16 miteinbezieht (so auch schon in der ed. Venet. 1498, in der es eine Verseinteilung ‘noch nicht gibt, Kap. I—XVI; die ed. pr. war mir nicht zugänglich), unsere Hs., die wir mit W bezeichnen, nur 3—14 als Esdrae Quartus kennt (vorher zu 1—2: ,,Incipit ter.tius“) in XXXVII Kapitel teilt, von denen manche in der Mitte eines Verses' der Vulgata-Überlieferung beginnen. Es entspricht in W: