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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 2 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1932-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 A. Kaminka verschiedenen ihr zuteil gewordenen scharfsinnigen Deutungen als entscheidendes Argument für die Abfassungszeit benützt wurde, als welche man die römische Kaiserzeit zu wählen sich gezwungen sah* 1, so scheidet diese bei einer philologischen Absonderung auch als Beweis in der Beurteilung der Entstehungszeit aus, wenn auch andere Beweise für den späten Ursprung einzelner Stücke (auch außerhalb 11—13) bleiben. Anderseits ist das hohe Alter der im klassischen Prophetenstile verfaßten hebräischen Stücke so klar, daß man den Ansatz vor der Tempelzerstörung durchaus nicht für unhaltbar2 erklären kann; vielmehr sprechen sprachliche wie inhaltliche Gründe für die Zeit des babylonischen Exils. Es ergibt sich nun eine Rückkehr zu der bereits einmal vorgeschlagenen Quellenscheidung3, wenn auch nicht zu der von Kabisch vermuteten und von Charles angenommenen Einteilung. Kabisch hat nur ganz zutreffend erkannt, daß das Buch aus heterogenen Elementen zusammengesetzt ist und daß sich ein Hauptteil desselben auf Schealtiel bezieht, dessen Namen an der Spitze der Apokalypse nicht zufällig und nebensächlich, sondern authentischer als der Name Esras sei. Seine unzureichende Vertrautheit mit dem Hebräischen und gänzliche Unkenntnis der rabbinischen Literatur4 hinderten ihn aber daran, einen richtigen Schlüssel für die Teilung des Buches zu finden und dessen Gedankengänge nach Epochen verläßlich zu sondern. Im Rahmen dieser Beiträge liegt es auch nicht, eine durchgehende Scheidung 929 (zweimal), 1032, 143, 1428. In 11—13 kommt diese stilistische Form niemals vor; ein einziges Mal 1145 ist sie nur bei Bensly nach SA ,,non apparens non appareas“ (für: du wirst verschwinden!) — eine sicher nicht aus dem Hebräischen stammende Redewendung. Vulg. und G. haben auch nur: non appareas. 1 Vgl. Schürer, Gesch. d. j. V. III4, 320 ff. Er sagt mit Recht (S. 320): ,,Andere Stellen, welche man zu diesem Zwecke beigezogen hat, bieten zu wenig sichere Anhaltspunkte“. 2 Schürer, ebd. S. 323. 3 Violets Einwand, daß das Buch hierfür zu klein sei, ist nicht stichhaltig; Zacharias ist viel kleiner und man muß das Buch trotzdem teilen. 4 Es genügt zu erwähnen, daß er die ,,rabbinische Theologie“ auf Grund konfuser Zitate aus Eisenmenger heranzieht, um (S. 27) homines als Juden im Gegensatz zu den Heiden zu interpretieren, und die rabb. Werke selbst so wenig auch nur dem Namen nach kennt, daß er ein ,,Jalkut Rüben“ anführt.

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