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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 466

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Zur Pessach-Haggada [Nachricht]
Date
1931-01-01
Page
Seite 466 (sequence 2)
Language
German
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466 sich um eine Ausgabe in 4°־F0rmat, die das Bildermaterial der großen Mantuaner Ausg. (1560, 1568) verwendet. Auch der Kommentar des Josef Schalit wurde übernommen. Diese Ausgabe muß, bevor sie von der neuen mit Ueber־ Setzung versehenen Bilderhaggadah verdrängt wurde, stark verbreitet gewesen sein. Ich hatte Gelegenheit, drei aufeinander folgende Auflagen dieser Haggadah zu sehen, und zwar: 1599, bei di Gara (St. 2685), 1601, bei Daniel Zanetti, 1603, wieder bei di Gara. Es ist wahrscheinlich, daß es noch spätere Ausgaben dieser sehr verbreiteten Haggadah gibt, und es ist naheliegend, daß diese nicht ganz ohne Einfluß auf den neuen Bilderzyklus geblieben ist. Es wäre daher eine dankbare Aufgabe, diesen Spuren nachzugehen und genauer zu prüfen, wie weit die venetianis che 4°~Ausgabe von der Mantuaner Vorlage abweicht, und inwiefern sie dann den neuen Bilderzyklus beeinflußt hat. Ich möchte bloß andeuten, daß das bekannte traditionelle ,,Hasenjagdbild“, welches bereits in der Prager Ausgabe vorhanden ist, zum Teil auch in der Ausgabe 1609 u. 1629 in einem Initialbilde (Bl. 4 a, in ed. Ven. 1740 findet sich dieses Initialbild auf Bl. 16 a), anzutreffen ist, jedoch in einer modifizierten Form, die vielleicht auf die vorhergehenden venetianischen Vorlagen zurückzuführen wäre. III. In dem Exemplar der Venetianis chen Haggadah, welches Frau W. benutzt (nach ihrer Angabe aus dem J. 1760; jedoch vermute ich, daß es sich um. die Ausg. Ven. 1740 bei Vendramin, auf Veranlassung von Meir da Zara, mit rot-schwarzem Titel, handelt), sind einige Bildchen im Sederzyklus umgestellt; daher ist in der , Gegenüberstellung von Venedig und Amsterdam (in der Reproduktion) im ersten Bildchen keine vollständige Uebereinstimmung wahrzunehmen. Dieses erste Bildchen nimmt aber in den Ausgg. 1609 und den gleich darauf folgenden, den elften Platz ein, und an erster Stelle steht das in der Ausg. 1740 die elfte Stelle einnehmende Bildchen, welches mit dem ersten Amsterdamer vollständig übereinstimmt. IV. Noch einige Worte zur Frage, warum in der Amsterdamer Haggadah von 1712 die Initialbilder den Holzschnitt bewahren und nicht gestochen wurden. Der Grund wird wohl darin liegen, daß der Kupferstich sich vom gedruckten Text allzusehr loslöst. Und wenn es noch angängig erscheinen möchte, den ganzen unteren Teil einer Seite vom Texte loszulösen, so schien es nicht angebracht, die Initiale, die sich doch dem gedruckten Text einfügen müssen, zu stechen. Damit erklärt sich auch die ,,eigentümliche Entwicklung vom Holzschnitt zum Kupferstich und wiederum zum Holzschnitt“, was aber nicht nur von der Haggadah, sondern auch von den Titelblättern gilt. Das gestochene Bild wie auch Titelbl. konnte sich dem Ganzen nicht einfügen; es wurde als Fremdkörper empfunden, was daraus ersichtlich ist, daß man auf den gestochenen fast immer einen gedruckten Titel mit Holzschnitt- Vignetten folgen ließ. Und so war es nur natürlich, daß man den fremden Körper zu eliminieren suchte. Am besten läßt sich dieser Vorgang in den Titelblättern der Druckerei Tartas-Castro beobachten. In den sechziger Jahren sind die meisten Titelblätter Kupferstiche mit kleinen Bildchen aus dem Leben Davids, seit den siebziger Jahren werden allmählich dieselben Bildchen in Holz nachgeschnitten, um in den neunziger Jahren den Kupferstich fast ganz zu verdrängen. V. Zuletzt ein Wort zur Verwendung des Kupferstiches in hebräischen Drucken überhaupt. Daß diese im allgemeinen älteren Datums als 1697 ist, bedarf keines besonderen Nachweises. In den sechziger Jahren ist, wie erwähnt, der Kupferstich fast jn allen größeren hebräischen Druckereien Amsterdams vorherrschend. Außer bei Uri Feibusch finden wir bei Josef Athias in der Schulchan-Aruch-Ausg. 1663 einen Kupfertitel; von Gastro Mendes ist die niedliche Pentateuchausg. aus dem Jahre 1666 mit schönem Kupfertitel bekannt, wie auch m. a. Ja, wie wir bemerkt haben, begann bereits in den neunziger Jahren eine Rückbildung zum Holzschnitt. Nicht ohne Interesse für unseren Gegenstand jedoch sind die vier Kupferstiche zü den vier Machsorteilen des span. Ritus. Diese Kupfer sind fast in allen Amsterdamer Ausg. der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts anzutreffen und zum Teil auch in Venedig, Florenz und Livorno nachgestochen. Ich konnte ihr Vorhandensein zuerst in der Machsorausgabe von Athias (1689) feststellen, wahrscheinlich aber dürften sie bereits in früheren Ausgaben Vorkommen. Nun ist aber das dem Teil ״Moadim“ vorangehende Bild nichts anders als das Pessaehmahl, und muß man sich wundern, daß es nicht mit demjenigen übereinstimmt, welches in

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