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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Das jüdische Schulwesen in Sowjetrußland
Date
1931-01-01
Page
Seite 461 (sequence 7)
Language
German
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461 Viel weniger als die Vor- und mehrstufigen Schulen ist die Berufs- und Fachschule in solche mit jiddischer Sprache umgewandelt worden. Außer den oben erwähnten Lehrerseminaren gab es im Schuljahre 1926/27 mit jiddischer Unterrichtssprache: Anstalten Schüler Schulen f. Jugendliche .. 2 405 Schul־־ Kommunen . 1 158 Berufs- und Fachschulen . .. 14 1338 und 6 zweisprachige Schulen mit 775 Schülern Schulen für Arbeiterjugend . 4 359 und 1 zweisprachige mit 186 Schülern Kurse für Arbeiterjugend . .. 2 94 Schulen für Analphabeten . . . . . . . . 271 945 und 26 zweisprachige Anstalten mit 1258 Schülern Schulen für Allgemeinbildung, Parteischulen und -kurse. 71 4206 und 23 zweisprachige Anstalten mit 5168 Schülern Die Berufs- und Fachschulen finden sich hauptsächlich in der Ukraine. In Weißrußland ist nur eine landwirtschaftliche Schule mit 120 Schülern und eine jüdische Abteilung bei der allgemeinen Berufsschule mit 30 Schülern vorhanden. Was die Hochschulen anbetrifft, so gibt es außer den schon erwähnten jüdischen Abteilungen bei den Universitäten zur Ausbildung von Lehrern noch zwei jüdische Abteilungen an den Arbeiterfakultäten1 mit 111 Hörern (1926/27: Odessa 51, Leningrad 60). 1927/28 ist eine ähnliche Abteilung in Minsk mit 30 Studenten entstanden. Auch der kommunistischen Universität für die westeuropäischen Völker ist eine jüdische Abteilung angegliedert. Außerdem ist noch ein jüdisches agronomisches Institut in der Kolonie Novopoltawka vorhanden, in dem im Jahre 1926/27 194 Studenten waren. Im gleichen Jahre wurde auch ein jüdischer Lehrstuhl an der landwirtschaftlichen Akademie in Horke (Weißrußland) begründet2. Ueber die letzten Jahre sind noch keine zuverlässigen Daten vorhanden. Aus einigen Nachrichten kann man aber entnehmen, daß sich der Aufstieg der jüdischen Schulen weiter fortsetzt. So sollen im Jahre 1927 in der Ukraine 63,5 % der jiddisch sprechenden Schüler in den Schulen der I. Stufe und in den 7jährig. Schulen den Unterricht in ihrer Muttersprache genossen haben3. Wir sehen diesen Aufstieg bei den Berufsschulen, bei denen im allgemeinen nur ein kleiner Prozentsatz jüdisch ist. In der Ukraine gab es im Jahre 1928 aller Art solcher Schulen mit jidd. Unterrichtssprache, 39 Anstalten mit 3343 Schülern und 22 zweisprachige (jidd-russ. oder. jidd.-ukrain.) mit 2605 Schülern. Im Jahre 1929 waren dort schon 51 rein jüdische Anstalten mit 4779 Schülern und 26 zweisprachige mit 2587 Schülern4. In Biro-Bidjan sind 3 Schulen ו Rabfak; ihre Aufgabe ist es, Arbeiter für die Universität vorzubereiten. 2 Gergel. a. a. O. S. 234. 3 Ukraina 1929. Statisticnij scoriÖnik. Charkow 1929. S. 83. 4 Statistika Ukraini. Narodnja osvita Ukraini, ustanovi professiinoi osviti na 1 listopada 1928 ta 1929 rr. Charkow 1931. S. 12, 42.

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