Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Das jüdische Schulwesen in Sowjetrußland
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 8)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
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462 der ersten Stufe (4 jährig) und 1 landwirtschaftliche Schule1 neu eröffnet worden. Im allgemeinen fällt das Lehrziel der jüdischen Schulen mit dem der Sowjetschule überhaupt zusammen, die bestrebt ist, eine kommunistische Erziehung zu geben. Diese wird hier in jiddischer Sprache erteilt. Wohl ist auch ein Platz für jüdische Gegenstände vorgesehen; jedoch ist der Unterricht in diesen unzureichend, wie die Klagen der Sowjetpresse beweisen. Obwohl Hebräisch als Unterrichtsgegenstand. in der Schule offiziell nicht verboten ist — es ist nur als in Rußland nicht gesprochene Sprache nicht als Unterrichtsspräche anerkannt und soll erst in den höheren Klassen gelehrt werden — wird doch in der Praxis hebräisch nicht unteriichtet. Nur in den jüdischen Abteilungen der Hochschulen wird Hebräisch2 gelehrt. Aus der Liste des Lehrkörpers des Agrotechnikum in der Krim (Tscherbatka) kann man sich eine Vorstellung von dem Programm einer jüdischen Fachschule in Rußland machen: er besteht aus einem Mathematiker, einem Lehrer für russische Sprache und Literatur, einem für jiddische Sprache und Literatur und einem Agronomen3. Ueber eine jüdische Abteilung an der Universität unterrichtet das Vorlesungsverzeichnis der Abteilung in Minsk aus dem Jahre 1929. Es wurde in jiddischer Sprache gelehrt: Geschichte der Juden in Osteuropa, Wirtschaftsgeschichte der Juden in Rußland, dialektischer Materialismus, Geschichte der Pädagogik, der gesellschaftlichen Strömungen unter den Juden, jüdische FoMoristik, Pädagogik, neue und neueste jüdische Literatur, jüdische Sprachgeschichte und Mundartenforschung, deutsche Sprachwissenschaft, semitische Sprachwissenschaft, Methodik von Sprache und Literatur, Methodik der Soziologie, russische Wirtschaftspolitik, neueste russische Geschichte, Physik, Methodik der Physik und Naturwissen־ schäften, analythische Geometrie, Differentialrechnungen und praktische Schulübungen. Außerdem lehrt noch Prof. Nikolski in russischer Sprache alte jüdische Geschichte4 und Geschichte der hebräischen Literatur. Aus dieser Aufzählung der Gegenstände kann man sich eine Vorstellung von der Ausbildung der jüdischen Lehrer für die jüdische Schule machen. Nochmais ״Die Ossuarien in Palästina“. Von E. L. S u k e n i k in Jerusalem. Zu dem interessanten Artikel des Herrn Prof. Schütz möchte ich einige Bemerkungen hinzufügen. 1. Die Inschrift auf Abbildung 4b muß אברכה ולא למפתח DHDH gelesen werden, d. h. Unser Vater Dositheus; und nicht zum Öeffnen. Die Formel ולא למפתח wiederholt sich auf, einer anderen Inschrift, die ich in einer Sammlung in Jerusalem im letzten Jahre 1 Mitteilungen der Gesellschaft zur Förderung des jüdischen Siedlungs- Werkes in der UdSSR (Geserd), Berlin-1931,. Nr. 8/9. 2 Gergel. a. a. O. S. 226 ff. 3 Mitteilungen etc. (Geserd. 1931, Nr. 9). 4 Entnommen dem Bericht in Annalen der Weißrussischen Universität, jüdische Abteilung, Bd. I, Minsk 1929.