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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 460

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Das jüdische Schulwesen in Sowjetrußland
Date
1931-01-01
Page
Seite 460 (sequence 6)
Language
German
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460 Tabelle II1. Es entfallen auf die einzelnen Republiken: Kinderheime etc. Schulen der I. Stufe 7 jähr. Schule Anstalten Kinder Anstalten Kinder Anstalten Kinder Ukraine . . 95 6 551 255 22 000 168 49 153 Weißrußland 42 2 555 142 11 871 53 15 896 RSFSR , . 5 216 21 1 411 8 1 438 Nach den Angaben der offiziellen Statistik für das Schuljahr 1926/27 (Vgl. Tab. I.) waren in den Vorschulen 18 211 jüdische Kinder, in den Schulen der ersten Stufe (4 jährig) 77 639 und in den 7 jährigen Anstalten 185 922. Von diesen befanden sich 111 930 Kinder oder 39,7 Prozent in jüdischen Schulen. Dabei erkennt man, daß es bei den Vorschulen einen größeren Prozentsatz jüdischer Anstalten als bei den folgenden Schulstufen gab. Hier waren mehr als die Hälfte jüdisch (50,5), während bei der ersten Stufe nur 46,7 Prozent und bei den 7 jährigen nur 35,8 Prozent jüdisch ־waren. Dieser Prozentsatz wird aber erhöht, wenn man in Betracht zieht, daß nicht alle Juden Jiddisch als Muttersprache angegeben haben (75,6 Prozent Ukraine, 91,1 Prozent Weißrußland, 50,3 Prozent RSFSR) und für die jüdischen Schulen nur das Sprachenprinzip ausschlaggebend ist. So waren unter je 1000 Einwohnern der Ge- Samtbevölkerung in Rußland 12,9 jiddisch Sprechende und unter 1000 Schülern 10,9 in jüdischen Schulen. Dabei tritt der Unterschied zwischen den Einzelrepubliken scharf hervor. RSFSR . . . 2,8 v. 1000 d. Gesamtbev., 0,8 v. 1000 Schülern Ukraine . . . 41,5 1000 ״ 34,2 ״ ״ 1000 ״ Weißrußland . 74,3 1000 ״ 58,91 2 ״ ״ 1000 ״ Wenn man weiter berücksichtigt, daß der Schulbesuch bei den Juden stärker als bei den Nichtjuden ist, wird die Differenz zwischen dem Prozentsatz der Jiddischsprechenden und den ihnen gehörenden Schulen noch verschärft3. Man kann aber erkennen, daß in den niedrigeren Klassen der Prozentsatz der jüdischen Schüler in jüdischen Schulen größer als der in den allgemeinen Schulen ist. (Ukraine im Jahre 1927 mehr als 60 Prozent.) Dies kann darauf hinweisen, daß sich die jüdische Schule allmählich von unten her auf baut. Aus Tabelle II ersieht man, daß die jüdischen Schulen in der Hauptsache auf die Ukraine und Weißrußland entfallen; dagegen ist ihre Zahl in Großrußland (RSFSR), wo die Juden mehr assimiliert sind, sehr gering. 1 Zusammengestellt nach den Angaben in:, Narodnoe obrazovanie v SSSR v 1926/27 ue. godu hrsg. vom Zen tralen Stat. Amt in Rußland. Moskau 1927; Materialy i issledovanija H. 5, Evrejskoe naselenie SSSR hrsg. vom ״Ort“, Moskau 1930. 2 Materialy i issledovanija V. Tab. 24; das gleiche zeigt sich bei der neunjährigen Schule, die nur in RSFSR vorhanden ist. Hier gibt es nur zwei jüdische Schulen mit 640 Schülern. 3 Vgl. Minzin. a. a. O. S. 238.

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