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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 459

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Das jüdische Schulwesen in Sowjetrußland
Date
1931-01-01
Page
Seite 459 (sequence 5)
Language
German
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459 an drei Hochschulen in besonderen jüdischen Abteilungen ausgebildet (Jüd. Abteilung am Institut für Volksbildung in Odessa, an der Universität in Minsk und an der zweiten Moskauer Universität). Die Unterrichtssprache ist hier jiddisch. Im Jahre 1926/27 waren an diesen drei Abteilungen etwa 500 Studenten, davon in Minsk 207. Ueber diese jüdische Abteilung in Minsk haben wir etwas genauere Nachrichten. Sie entstand zusammen mit der Universität im Jahre 1921 und bestand im Jahre 1929 aus 2 Professoren, 9 Dozenten, 6 Assistenten und 201 Studenten. In jiddischer Sprache werden 15—45 Prozent der Vorlesungen abgehalten, die übrigen Fächer müssen in den allgemeinen Vorlesungen an der Universität gehört werden. Mit den Seminarübungen werden insgesamt etwa 160 Stunden in jiddischer Sprache unterrichtet. Außerdem existiert neben dieser Abteilung noch eine Vorschule für pädagogische praktische Uebungen. 3. Statistisches und Schulprogramme• Wie schon erwähnt, stieß die jüdische Schule in Rußland auf Schwierigkeiten innerer und äußerer Natur, die ihre Entwicklung hemmten. Ihr eigentlicher Aufstieg beginnt erst nach dem Bürgerkrieg und dem militärischen Kommunismus. In den Jahren 192326—־ wuchs die Zahl der jüdischen Schulen um 100 Prozent1 Im Jahre 1925—26 waren in Rußland 71,6 Prozent (in der Ukraine 78,1 Prozent) der jüdischen2 Kinder im Schulalter von der Sowjetschule erfaßt, von denen in der Ukraine 36,7 Prozent, in Weißrußland 34,3 Prozent und in RSFSR 7,2 Prozent Schulen mit jiddischer Unterrichtssprache besuchten3. Tabelle I. Jüdische Schulkinder im Jahre 1926/274. Zahl d. jüd. Kinder Darunter mit jiddischer Unterrichtssprache Anstalten Zahl der Schüler % Kinderheime, Horte, Kindergärten, Kinderkolonien . . 18 211 1365 9188 50,5 Schulen der ersten Stufe (4 jähr.) . . 77 639 4416 36 234 46,7 7 jährige. 185 922 2287 66 508 35,8 281 772 805 | 111930 39,7 1 Gergel, a. a. O. S. 220. 2 Von den etwa 30 Prozent, die nicht die Schule besuchten, lernte sicherlieh ein Teil im Gheder. Obwohl der Ghederunterricht verboten wurde, existieren doch halb legal Ghedarim und Jeschiboth in kleinen Orten weiter (Emes. 1927 Nr. 210). Dies ersieht man auch aus den Klagen der kommunistischen Zeitungen (Vgl. Gergel. S. 222 ff.). 3 Vgl. Minzin in Schriften f. Wirtschaftu. Statistik I. Berlin 1929, S. 237. 4 Siehe Anm. 1 S. 460. 5 Von den zwei- und dreisprachigen 13 Schulen mit 1516 Kindern ist hier die Hälfte einbezogen. 6 Von den zweisprachigen 35 Schulen mit 13 107 Kindern ist hier die Hälfte einbezogen. 7 Von den zweisprachigen 22 Schulen mit 3524 Kindern ist hier die Hälfte einbezogen.

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