Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 11)
- Language
- German
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454 gange in den späteren Stufen erst von ihm offenbart worden sein. Irgend eine sachlich ablehnende oder gar wegwerfende Stellung zu den Spekulationen über die erstere Welt enthält dieser Terminus in keiner Weise; so trägt z. B. das streng lurjanisch gerichtete Werk צמק המלך tiefgehende Spekulationen Lurjas unter dieser Kapitel« Überschrift vör. Man behauptete nun, ob mit Recht oder Unrecht sei hier dahingestellt, Kordoveros Theologie sei mit dem Lehrinhalt jener Kapitel identisch.; Horodezky, wie schon seine Vorgänger, erklärt den Sinn jenes Terminus gar nicht, und zitiert ihn so, als ob er ein ad hoc gebildeter polemischer Ausdruck sei, der eine Verurteilung des Wertes jener Spekulationen enthielte, ein Mißverständnis, das erst auf kommen konnte, als man. keine Ahnung mehr von dem Lehrgehalt der lurjanischen Kabbala hatte. Denn in dieser bedeutet der Terminus Welt des Chaos keineswegs eine Welt, in der alles drunter und drüber geht, sondern eine sehr wohlgeordnete, deren Unterschied von der auf sie folgenden Welt der Ordnung nur in einer, übrigens ebenfalls in genauester Ordnung verlaufenden, ״Katastrophe“ שבירה besteht, die eine gewisse Konfigurations- Veränderung der Elemente jener ersten Welt herbeigeführt hat. Daß die lurjanische Kabbala über die Struktur dieser erneuerten Welt unendlich detaillierte Einsichten zu besitzen vermeinte, von denen in Kordoveros Schriften keinerlei Andeutung zu finden ist,, macht erklärlich, daß sie glauben konnte, unendlich weit über ihn hinaus« gekommen zu sein, von einer wegwerfenden Beurteilung seiner Leistung war aber nie die Rede, und in dem Brief Mose Sakkutos, auf den Horodezky S. 109 verweist, ist bei richtigem Verständnis der Terminologie nichts dergleichen zu finden, wie ja denn auch ausdrückliche positive Bezeugungen der. hohen Schätzung Kordoveros durch Sakkuto in dessen Schriften nicht fehlen. Wenn man also Horodetzkys eigener Leistung nach Wissenschaft« liehen Maßstäben mit größter Skepsis gegenüberstehen mag, bleibt das Verdienst der Anthologie selber, als Einführung wenigstens, ungeschmälert, und,mancher Leser wird vielleicht von hier aus einen Zugang zu den Texten selber finden. Schließlich sei hier noch der kürzeren Monographie A. Apfelb a u m s über den Dichter und Kabbalisten Mose Sakkuto gedacht1, die manches Material in dankenswerter Weise zusammenträgt, aber gerade in allem, was den Kabbalisten Sakkuto angeht, überaus dürftig ist und sich mit dem Aeußerlichsten begnügt. Allein aus S.s gedruckten kabbalistischen Schriften (zu denen noch zwei von Apfelbaum und Bläu in seinen Zusätzen nicht erwähnte hinzuzufügen sind)2, ließe;sich ein wesentlich volleres und exakteres Bild seiner Tätigkeit 1 משד, זכות. חייו ספריו שיטתו הקבלית תלמידיו פיוטיו ופעולותיו הצבוריות. Lemberg 1926. 47, 5 S. Ä Die von Blau als Hs. erwähnten Noten zu Vitals אוצרות חיים sind in מקים בינה, Saloniki1813 Bl. 1—22 gedruckt; im zweiten Teil jenes Buchs u. d. T. שערי בינה, ist Bl. 63a—104b ein sehr interessantes Kollektaneenms. Sakkutos als ם' אם לבינה gedruckt (vgl. Kirjath, Sefer II, S. 300). Große Teile des umfangreichen, von A. gar nicht erwähnten, aber in vielen Hss. erhaltenen Werkes ערכי בנויים sind mit besondeier Paginierung am Ende der Werke גולל אור und. מאיר בת עין des Meir Bikayam in Smyrna 1737 und 1755 gedruckt: