Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 455

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 455 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829975-2829982-2837212--50848-2837309
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

455 geben. Das höchst sonderbare Verhältnis Sakkutos und seines Kreises zur sabbatianischen Bewegung ist ganz mit Stillschweigen übergangen. Gerade S. gehört zu den wenigen Kabbalisten, von deren Persönlichkeit sich aus den zahlreich erhaltenen Briefen ein Bild gewinnen läßt, aber diese Quelle ist gar nicht berücksichtigt. So bleibt es, wie so gern in diesen Biographien, beim harmlosen und nichtssagenden Panegyrikus. Die drei wichtigsten Einzelaufgabexi der Kabbalaforschung: Edition der alten unbekannten Texte, eindringende Sachanalyse der kabbalistischen Gedanken, ihrer Entwicklung und ihrer religionsgeschichtlichen Zusammenhänge, und Klärung der so im Argen liegenden Ueberlieferungs- und Literaturgeschichte, sind in all dieser Literatur, mit Ausnahme der Kaufmannschen Untersuchung, nicht in Angriff genommen, so sehr die Themata dieser Arbeiten es ermöglicht hätten. Darf man die Hoffnung aussprechen, daß sich dieser Zustand in den nächsten Jahren zum Bessern wenden möchte, und sich auf diesem Gebiet die sachkundigen Mitarbeiter einfinden, derer *die Forschung zu ihrem Fortschritt bedarf? Das Jüdische Schulwesen in Sowjetrußland. Von B. W e i n r y b in Breslau. 1. Grundlagen, Wie bekannt, bildet Sowjetrußland nicht einen einheitlichen Staat, sondern einen Bundesstaat, in dem nicht weniger als 47 nationale Staatsgebilde aufgenommen sind. In den geschlossenen Siedlungsgebieten der ,,Nationalitäten“ (einzelnen Bundesrepubliken) ist die jeweilige nationale Sprache offizielle Sprache der Verwaltung, Presse und Schule; den j eweiligen Minderheiten wird ein gewisses Maß kultureller Autonomie eingeräumt. Von den nach der Zählung vom Jahre 1926 in Rußland lebenden 2 672 398 Juden entfallen 1 574 428 auf die Ukrainische Bundesrepublik (5,4 Prozent der Gesamtbevölkerung), 588 843 auf die großrussische Teilrepublik (RSFSR 0,6 Prozent), 467 059 auf Weißrußland (8,2 Prozent). Der Rest der Juden befindet sich in der Transkaukasischen und in anderen Republiken. Obwohl man vor dem Kriege in sozialistischen und bolschewistischen Kreisen die Juden nicht als Nation anerkannt hat, räumt man ihnen jetzt doch ein ähnliches Maß von kultureller und Sprachenautonomie wie den anderen Völkern ein. Nun sind sie aber nicht auf einem Gebiete konzentriert, wo sie eine Staatsnation bilden könnten; dadurch wird die Verwendung der jiddischen Sprache im Verwaltungsapparat auf ein Minimum herabgedrückt1. In den ersten Jahren der bolschewistischen Herrschaft hatte man — hauptsächlich in den Reihen der jüdischen Bolschewiki — zur Verstärkung des Internationalismus Verzicht der Juden auf die eigene Nationalität und Sprache gefordert. Auch in den Jahren des militärischen Kommunismus und noch kurze Zeit darauf hatte die ״Jewsekcja“ (jüdische Sektion der Kommunistischen Partei) 1 Diesen Mangel will man unter anderem durch Schaffung jüdischer territorialer Einheiten (Krim, Biro-Bidjan) beseitigen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.